Wie man Unfälle vermeidet und Schadensfälle effizient regelt
Nachdem das erste August-drittel den Landkreis größtenteils mit Sonne verwöhnte, war der Kontrast in der letzten Woche umso stärker: Wir erlebten einige Tage, an denen es gefühlt “nicht so richtig hell” wurde. Diese sind Vorboten der sich nähernden “dunklen Jahreszeit”, welche zahlreiche Herausforderungen für Autofahrer birgt. Die trüben Tage im August haben im Grunde schon auf ein wichtiges Thema hingewiesen: “Sicht und Sichtbarkeit”. Bevor der Herbst witterungstechnisch richtig auftrumpft, empfiehlt sich eine kritische Prüfung: Arbeiten die Scheibenwischer ordentlich oder schmieren sie eher? Ist der Wassertank mit Frostschutzmittel auf kalte Nächte vorbereitet? Auch beim Thema Licht empfiehlt sich ein Check, der z.B. in Fachwerkstätten durchgeführt werden kann. Es gibt hier durchaus Mankos auf deutschen Straßen: Beim Licht-Test 2024, den das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe zusammen mit der Deutschen Verkehrswacht organisiert hat, zeigte jeder vierte PKW und jedes dritte Nutzfahrzeug Mängel.
Auch andere Fahrzeugkomponenten werden im Herbst und Winter stärker gefordert als in der warmen Jahreszeit. Das Gesetz fordert prinzipiell Bereifung, welche zur Witterung passt. Die besonderen “Fähigkeiten” von Winterreifen werden jedoch durch regelmäßige Nutzung geschmälert. Der ADAC testete 2023 abgefahrene Reifen und ihr Bremsverhalten bei Nässe und Schnee – im Vergleich zu nagelneuen Modellen desselben Typs schlossen diese die Prüfungen mit 2 bis 3 Schulnoten schlechter ab. Bevor also nasses Laub oder Eis und Schnee auf den Straßen zu erwarten sind, sollte die Bereifung geprüft werden. Ab einer Profiltiefe von unter 4 Millimetern müssen Winterreifen laut ADAC erneuert werden. Auch Bremsen und Batterie sollten vor dem Winter überprüft werden – eine schwächelnde Batterie birgt die Gefahr, nach der ersten frostigen Nacht in einem nicht-startenden PKW zu sitzen.
Gefahren
Im Spätsommer bzw. Herbst kann gerade im ländlichen Raum sogenanntes “Bauernglatteis” auftreten. Damit werden im Volksmund die Verunreinigungen bezeichnet, welche entstehen können, wenn Landwirte mit ihren Maschinen ein abgeerntetes Feld verlassen und wieder auf die Straße fahren. Erntereste oder Erdklumpen fallen auf die Fahrbahn, bei Regen können die verunreinigten Stellen schnell rutschig werden. Besonderes Augenmerk sollte auch darauf liegen, dass sich ab Mitte September neue Verkehrsteilnehmer auf den Straßen aufhalten, welche viele Gefahren noch nicht abschätzen können – gemeint sind die Schulanfänger.
Schadensregulierung
Auch mit den besten Vorbereitungen lässt sich ein Unfall manchmal nicht vermeiden – und zwar unabhängig von der Jahreszeit. Eine effiziente Abwicklung des Schadens beginnt stets direkt an der Unfallstelle – je nüchterner und gewissenhafter man dabei vorgeht, desto zügiger und problemloser kann später eine Bearbeitung erfolgen. Sofern also keine Versorgung von Verletzten nötig ist, sollte man nach dem Sichern der Unfallstelle die Situation vor Ort dokumentieren – am besten mit Fotos oder Videos, wobei Smartphones hier gute Dienste leisten können. Im Fokus müssen die grundsätzliche Verkehrssituation vor Ort, die vorherrschenden Straßenverhältnisse (z.B. nasses Laub) und natürlich der Zustand der beteiligten Fahrzeuge bzw. anderer Gegenstände stehen. Bilder sollten hier nicht nur von offensichtlichen Schäden gemacht werden, sondern auch von unversehrten Stellen. Zudem müssen die Beteiligten wichtige Daten wie Namen, Anschrift und zuständige Versicherungen austauschen.
Laut ADAC ist die Polizei nicht bei jedem Verkehrsunfall zu alarmieren, insbesondere wenn es sich nicht um Fälle mit Personenschäden oder hohen Sachschäden handelt. Empfohlen wird die Hinzuziehung, wenn z.B. Anzeichen für den Einfluss von Drogen oder Alkohol erkennbar sind oder wenn ein Fahrzeug beteiligt ist, welches nicht der Halter fuhr (Mietwagen o.ä.).
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