Naturnahe Gärten gestalten
Natürlich: Man kann es nicht jedem rechtmachen! Bei der Neu- oder Umgestaltung eines Gartens kann man jedoch versuchen, es möglichst vielen rechtzumachen – insbesondere den drei “Top-Spielern” in der heimischen Grünanlage, nämlich Mensch, Flora und Fauna. Ihre Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen, ist insbesondere dann möglich, wenn der Gartenbesitzer nicht strikt an einer ästhetischen Idealvorstellung festhält, sondern zu Kompromissen bereit ist. Gerade bei der Wahl der Bepflanzung zeigt sich in deutschen Gärten: Es gibt beliebte Klassiker (hier soll gar nicht mit dem Finger auf bestimmte Arten gezeigt werden), welche dekorativ und pflegeleicht sind, jedoch relativ unattraktiv für die Tierwelt. Gleichzeitig existieren oft Alternativen, welche ähnliche Wirkung hinsichtlich Optik, Sicht- und Windschutz haben, aber darüberhinaus vielen Arten Lebensraum bieten.
Es gibt Naturfreunde, die behaupten: In einem wirklich naturnahen Garten muss sich der Gärtner komplett zurückhalten. Dann würden jedoch bald Flora & Fauna alleine regieren, der Mensch käme nicht mal mehr zum Nichtstun, weil z.B. der Efeu seine Wohlfühl-Liege unerbittlich in Beschlag nimmt. “Naturnähe für alle” entsteht am ehesten, wenn in den Bereichen eines Gartens das Prinzip von “Geben und Nehmen” praktiziert wird: Auf der Wiese werden z.B. heimische Wildblumen “geduldet”, weil sie nicht nur für Schmetterlinge attraktiv sind. Totholz darf hinter der Hütte liegenbleiben, weil es den Menschen dort visuell wenig stört, jedoch zum Lebensraum zahlreicher Arten werden kann. Dort hingegen, wo der Kopfsalat wächst, können dann die Ansprüche des Gärtners über den Heißhunger von tierischen Mitbewohnern gestellt und mit Schutzmaßnahmen verteidigt werden.



