Barrierefreiheit bei der Planung mitdenken
Wer seine Küche barrierefrei planen und umsetzen möchte, muss sich über eines im Klaren sein: Dieses Ziel fordert einen Tribut in Quadratmetern! Soll heißen: Es ist Platz nötig, um einen Raum für Menschen mit Handicap möglichst ohne fremde Hilfe nutzbar zu machen. Die DIN Norm 18040-2 gibt Parameter für das Planen und Bauen barrierefreier Wohnungen vor – auch Küchen ist hierbei ein Kapitel gewidmet. So wird eine Bewegungsfläche von mindestens 120 x 120 Zentimeter vorgegeben, damit z.B. auch Menschen mit einem Rollator zwischen Küchenzeilen, Herd, Spüle & Co agieren können. Für die Nutzung des Raumes durch Rollstuhlfahrer müssen 150 x 150 Zentimeter einkalkuliert werden – das Rangieren macht etwas mehr Platz nötig.
Die Arbeitshöhen sollten prinzipiell der Körpergröße gerecht werden. Wenn Arbeitsplatten unterfahrbar sind, erleichtert dies die Arbeit für Rollstuhlfahrer, kostet jedoch unter Umständen Stauraum im unteren Küchenbereich.
Barrierefreiheit betrifft viele Bereiche in der Küche – vom möglichst rutschhemmenden Boden über die blendfreie Beleuchtung bis zur technischen Möglichkeit, Schränke im oberen Bereich Richtung Arbeitsplatte abzusenken und besser erreichbar zu machen. Hin und wieder gilt es bei den Planungen auch, Ästhetik und “Hürdenfreiheit” gegeneinander abzuwägen. Auch kleine Details spielen eine Rolle: So mag ein Hobbykoch z.B. für die Schränke und Schubladen kleine kugelartige Knopfgriffe optisch favorisieren – mit steigendem Alter oder nach Unfällen kann diese Variante jedoch suboptimal werden. Griffmodelle, welche auch mit schlechterer Motorik und weniger Kraftaufwand problemlos nutzbar sind, schneiden bei der Barrierefreiheit besser ab.
Nach Expertenschätzungen kosten barrierefreie Küchen zwischen 20 und 40 Prozent mehr als “Standardküchen”. Fakt ist jedoch auch: Investitionen in diesem Bereich tragen zur Wertsteigerung einer Immobilie bei – abhängig von den durchgeführten Maßnahmen durchaus auf beträchtliche Weise.




