Der Internationale Tag der älteren Menschen am 1. Oktober
Das „Gemeine“ am Älterwerden ist: Jeder ist betroffen, doch niemand weiß im Vorfeld genau, in welcher Weise! Es ist z.B. für einen 40-Jährigen schwer vorhersehbar, ob er im Rentenalter von starken Einschränkungen betroffen sein wird, welche pflegerische Betreuung nötig machen, oder ob die eigene Gesundheit noch lange Zeit ein eigenständiges, aktives Leben zulässt. Die mit fortschreitenden Jahren bei vielen Menschen auftretenden „Zipperlein“ mögen vielleicht Anhaltspunkte bieten, doch leider können auch plötzliche Schicksalsschläge den Lebensabend massiv verändern.
Seit 1991 wird am 1. Oktober der Internationale Tag der älteren Menschen zelebriert – eine Initiative der Vereinten Nationen, welche damit jedes Jahr auf die Situation und besonderen Bedürfnisse der älteren Generation hinweisen möchte. Gemeint sind hier Menschen über 65 Jahre – eine Gruppe, welche weltweit immer größer wird: Seit 1980 wuchs die Zahl von rund 260 Millionen auf 761 Millionen (2021) an. Prognosen zufolge werden die Ü65-Jährigen bis 2050 rund 17 Prozent der Weltbevölkerung bilden, aktuell sind es rund 10 Prozent.
Weltweite „Pflege-Sitten“
In diversen Regionen der Erde wird mit dem Thema „Betreuung von Senioren“ unterschiedlich umgegangen: In China gilt es als jahrhundertealte Tradition, dass sich jüngere Familienmitglieder um ihre Vorfahren kümmern. Durch die Ein-Kind-Politik des Landes kann dieser Anspruch in vielen Familien jedoch nicht mehr erfüllt werden – für ein einziges Kind ist die Versorgung von Eltern und ggf. Großeltern schwer neben dem eigenen Beruf stemmbar. In Teilen Afrikas ist der Anteil der Menschen, welche über 60 Jahre alt werden, vergleichsweise gering. Hier herrscht eine deutliche Kluft: Die jüngere Generation zieht in die Städte, wo es Jobs gibt, viele Senioren hingegen bleiben auf dem Land – dort müssen sie oft von der Unterstützung ihrer Kinder leben oder selbst noch etwas erwirtschaften.
„Gute Versorgung im Alter“ ist schwierig pauschal zu definieren – letztendlich geht es hier nicht nur um Alltagsbereiche wie Hygiene, medizinische Betreuung, Haushaltsführung & Co., sondern strenggenommen auch um das subjektive emotionale Wohlbefinden von Senioren. Und hier spielt der bisherige Lebensverlauf durchaus eine Rolle: Wer früher oft und gern „unter Menschen“ war, wird vermutlich eher bedauern, wenn die eigene Gesundheit im Alter weniger soziale Kontakte/Aktivitäten erlaubt – hier kann z.B. ein Leben in einer Senioreneinrichtung emotionaler Isolation vorbeugen. Bei Zeitgenossen, welche schon mit 40 nur bedingt Wert auf Gesellschaft legten, mag diese Komponente weniger wichtig sein als beispielsweise die zuverlässige Unterstützung bei Einkäufen, Arztbesuchen & Co.
Rund vier von fünf Pflegebedürftigen in Deutschland werden laut Statistischem Bundesamt zu Hause versorgt. Meist geschieht dies durch pflegende Angehörige, welche häufig durch einen ambulanten Pflegedienst unterstützt werden. Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen machen rund ein Fünftel der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland aus.


