Was der Laie übersieht, aber der Profi bemerkt
Grundrisse, Materialmuster und die Bau- und Leistungsbeschreibungen verschiedener Anbieter geben einem Bauprojekt zwar Kontur, können aber auch erste Fehler festschreiben. Eine 2025 durchgeführte Untersuchung des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) zeigt Probleme beim Neubau auf: Im Durchschnitt wurden bei Ein- und Zweifamilienhäusern rund 30 Mängel pro Bauvorhaben festgestellt – ein Teil der Ursachen liegt bereits in der Planung. „Nachhaltiges Bauen beginnt im Detail“, betont BSB-Pressesprecher Erik Stange. Für private Bauherren sei das eine besondere Herausforderung: Die meisten bauten nur einmal im Leben und hätten wenig Erfahrung mit Verträgen, Unterlagen und technischen Details.
Zu den häufigsten Problemen gehört laut BSB eine unvollständige oder zu wenig detaillierte Planung. Wenn Grundrisse, Materialien oder technische Details nur allgemein beschrieben sind, können während der Bauphase Änderungswünsche entstehen, die fast immer zusätzliche Kosten verursachen. Auch fehlende Zeit- und Kostenpuffer können Bauherren unter Druck setzen: Unvorhergesehene Bodenverhältnisse, Lieferverzögerungen oder Planänderungen verursachen oft ungeplante Ausgaben.
Bauherren-Schutz
Eine wichtige Unterstützung für Bauinteressierte kann die baubegleitende Qualitätskontrolle durch unabhängige Sachverständige sein. Organisationen wie der Bauherren-Schutzbund e.V. empfehlen, bereits frühzeitig sachverständige Experten in Planung und Bau einzubeziehen. Diese prüfen Planungsunterlagen, kontrollieren Baustellen und dokumentieren mögliche Mängel. Werden Fehler früh – am besten bereits in der Planungsphase – erkannt, lassen sie sich meist ohne großen Aufwand vermeiden oder beheben. Später ist dies oft mit hohen Kosten verbunden. Wenn ein Berater mit Qualitätskontrollen beim Bau beauftragt ist, dabei jedoch erkennbare Mängel übersieht, kann er mit in Haftung genommen werden.



