Die vielen Facetten von Botox
Redet der Volksmund von “Botox”, ist in den meisten Fällen “Botulinumtoxin Typ A” gemeint. Prinzipiell handelt es sich um ein Protein, von dem die Wissenschaft sieben Variationen kennt – “Typ A” wird in der Medizin am häufigsten verwendet. Zu diesem Zweck wird es biotechnologisch gewonnen, in der aufbereiteten Form wird es als “Botulinum” bezeichnet. Der breiten Masse dürfte es dafür bekannt sein, dass es Falten glätten soll. Darüber hinaus ist es jedoch in über 70 Ländern als Arzneimittel zugelassen, das bei diversen Beschwerden eingesetzt wird, z.B. sehr starker Achseltranspiration, Muskelspasmen oder -zittern. Botulinum wird eine muskelentspannende Wirkung zugeschrieben – es blockiert für befristete Zeit die Reizübertragung zwischen den Nerven und den Muskeln, welche somit “entkrampfen”. Für chronische Migränepatienten kann dies mit sich bringen, dass Anfälle seltener und/oder schwächer auftreten – dies wurde auch in Studien bestätigt. Gerade bei vorheriger ärztlicher Diagnose besteht die Chance, dass Krankenkassen die Kosten für eine dementsprechende prophylaktische Behandlung teilweise übernehmen. Diese muss jedoch üblicherweise nach ungefähr 3 Monaten wiederholt werden, da die Wirksamkeit zeitlich begrenzt ist.
Seit 2006 ist Botulinum in Deutschland für die Faltenbehandlung zugelassen, es wird unter anderem im Stirnbereich, an den Augenwinkeln sowie an Kinn oder Hals eingesetzt. Der Stoff wirkt jedoch auch in diesem Bereich nur vorübergehend, nach drei bis sechs Monaten bilden sich die ausgelösten Veränderungen üblicherweise zurück. Bei mikroskopischen Untersuchungen wurde nach Beendigung der Wirkung weder vom Wirkstoff noch von seinen Effekten an den Nerven etwas nachgewiesen.


