Wegschmeißen? Nicht mit uns!
Einmal im Monat wird das G6 am Volksfestplatz zwischen 18 und 20:30 Uhr zur Intensivstation für müde Elektrogeräte und andere Alltagsgegenstände. Dann drängen Lampen, Föhne, Toaster oder sogar Rasenmäher auf die Behandlungstische. Kandidaten, welche andernorts längst „in der Tonne“ landen würden, bekommen im Repair Café der Freiwilligen Agentur Neumarkt (FAN) noch eine zweite Chance – und das mit Erfolg: Rund die Hälfte der „Patienten“ verlässt die temporäre Werkstatt mit verlängerter Lebensdauer.
Fünfzehn Ehrenamtliche stellen hier gegen eine Spende ihr Knowhow zur Verfügung. Eine Anmeldung ist Pflicht – schließlich wollen die Tüftler vorbereitet sein, wenn der erste Schraubendreher angesetzt wird. Tage zuvor stöbern sie im Internet nach Schaltplänen, Bedienungsanleitungen und Ersatzteilen.
Fleißige Helfer
Am Eingang begrüßen Hilde und ihre drei Mitstreiterinnen die Besucher. Die Rentnerin ist erst vor zwei Jahren mit ihrem Mann aus Berlin nach Neumarkt gezogen. Beide fanden durch ihre Engagements schnell Anschluss. Sie verwaltet die Laufzettel, dokumentiert Erfolge und Misserfolge und füttert die Statistik. Ein paar Tische weiter sitzt ihr Mann Ludger und repariert mit ruhiger Hand einen defekten Toaster.
Gerald, leidenschaftlicher Bastler im Ruhestand, wurde wegen seines handwerklichen Geschicks fürs Repair Café entdeckt – zuvor engagierte er sich beim „Mittagstisch mit Herz“. Heute widmet er sich einer widerspenstigen Kaffeemaschine. Neben ihm arbeitet Informationstechniker Markus.
Mitten im Gewusel sitzt auch Elke, die einzige Frau im Team der Reparateure. Die Elektrotechnikerin nimmt ein betagtes Kombigerät aus Radio und Schallplattenspieler unter die Lupe und freut sich jedes Mal, wenn sie etwas vor der Entsorgung retten kann.
Skurriler Fund
Und dann ist da noch Toni, ehemaliger Lehrer und Helfer der ersten Stunde. Er hat schon Stühle geleimt, Motoren wiederbelebt und den wohl kuriosesten Fund der Repair Café-Geschichte gemacht: Ein Staubsauger brummte munter, verweigerte jedoch hartnäckig das Saugen. Nach gründlichem Pusten, Schauen und Stochern kam der Grund ans Licht: „Als Übeltäter entpuppte sich ein mumifizierter Frosch, fest verbacken mit Haaren, Wolle und Staub“, erzählt Toni schmunzelnd.
Im Repair Café treffen Kompetenz, Humor, Teamarbeit und Idealismus aufeinander. Hier wird sichtbar, wie gelebtes Ehrenamt funktioniert und wie einfach Nachhaltigkeit sein kann, wenn Menschen ihr Wissen teilen und Dingen eine zweite Chance geben.
NÄCHSTER TERMIN: 12. Januar 2026, 18 Uhr































