Fünf Locations, fünf Bücher – sechs Autoren
Rotlicht in Neumarkt? Keine Sorge – am Freitagabend ging es nicht um schummrige Etablissements, sondern um Literatur: Der Tourismusverband Neumarkt präsentierte mit „LiteraTour“ ein neues Veranstaltungsformat. In Gruppen zogen die Besucher von Station zu Station, Orientierung bot dabei das zuvor erwähnte Rotlicht. Wer ihm folgte, landete garantiert nicht in einem gewissen Milieu, sondern mitten in einer Geschichte.
Die Idee, bewusst neue Wege zu gehen, erwies sich als Volltreffer. Der angekündigte „Abend voller Geschichten, Stimmen und Begegnungen“, hielt, was er versprach. Zur Überraschung der Organisatoren waren alle 250 Tickets in kürzester Zeit vergriffen.
Von Krimi bis Märchen
Im Neumarkter Amtsgericht wurde gelacht statt verhandelt. Geedo Paprotta hatte seine Anwaltsrobe zu Hause gelassen und schlüpfte in die Rolle des Erzählers. Dem Publikum in Saal 100 servierte er amüsante Geschichten rund um Wildpinkler, Schwarzfahrer und lautstarke Sexspiele.
Historisch-unterhaltsam ging es im Gewölbekeller zu. Doris Distler und Dr. Frank Präger räumten mit ihrer Geschichte „Libertè am Blomenhof“ augenzwinkernd mit einem Mythos um Napoleon auf, der nicht auf der Insel St. Helena war, sondern in Neumarkt amourösen Abenteuern nachging.
In der Stadtbibliothek ermittelte Martin Ehrensbergers „Kommissar Aiwanger“ in einer skurrilen, dialektgefärbten Kriminalgeschichte aus der Oberpfalz. Gerda Stauner las im Hörsaal der Hochschule von Liebe, Selbstfindung und Geheimnissen, während Christine Lübeling im Emmaus-Saal das orientalische Märchen einer hölzernen Frau erzählte.
Zwischen den Lesungen traf man sich im Foyer der Hochschule zum Smalltalk, Häppchen und einem Glas in der Hand. Am Ende waren sich alle einig: Diese Premiere war der vielversprechende Auftakt für eine neue Veranstaltungsreihe.









