Der Kreistag traf sich zu seiner ersten Sitzung
Großes öffentliches Interesse begleitete am vergangenen Montag die konstituierende Sitzung des Neumarkter Kreistags: Was als formaler Auftakt begann, entwickelte sich im Laufe des Nachmittags zu einer politischen Machtdemonstration.
Alle Zuschauerplätze in der Aula des Landratsamtes waren belegt, als Alt-Landrat Willibald Gailler zum Mikrofon griff und seinem Nachfolger ein glückliches Händchen für die Zukunft wünschte: Martin Meier (Freie Wähler) möchte neben den Themen Gesundheit und Bildung u.a. die Kooperation zwischen den Gemeinden und dem Landkreis in den Fokus rücken.. Die anschließende feierliche Vereidigung des neuen Amtsinhabers übernahm Kreisrat Gerhard Graml.
Zwei Wahlgänge
Mit deutlichem Knirschen ging ein späterer Tagesordnungspunkt über die Bühne: Die Wahl des stellvertretenden Landrates. 58 Kreisräte waren stimmberechtigt, Albert Füracker und Horst Kratzer fehlten entschuldigt. Die Christsozialen hatten im Vorfeld erneut auf Dr. Katharina Ziegler gesetzt, welche im März mit ihrer Kandidatur für den Chefsessel im Landratsamt knapp gescheitert war. Im ersten Wahlgang erhielt die 40-Jährige 24 der 58 Stimmen. Sage und schreibe 31 der Stimmberechtigten votierten ungültig. Da somit die erforderliche Mehrheit nicht zustande kam, war ein zweiter Wahlgang nötig. Dabei präsentierte sich die CSU alles andere als geschlossen: Mit Josef Bauer brachte Kreisrat Michael Gruber offiziell einen zweiten CSU-Kandidaten ins Spiel – ein ungewöhnlicher Schritt, welcher sofort hitzige Debatten entfachte und die schwelenden Konflikte bei den Christsozialen demonstrierte.
Am Ende konnte sich Bauer mit 31 : 22 Stimmen (5 waren ungültig) gegen Dr. Ziegler durchsetzen. Der Parsberger Bürgermeister ist damit stellvertretender Landrat, eine Funktion, welche er bereits unter Willibald Gailler übernommen hatte. Per Akklamation bestätigte der Kreistag zudem Stefan Haas (Grüne) und Dirk Lippmann (SPD) als weitere Stellvertreter.
Foto: Susanne Weigl













