Jedes Jahr in den Wochen vor Halloween öffnen auch in Deutschland verschiedene Attraktionen ihre Pforten, die nur ein Ziel haben: Für leichten Grusel oder für handfeste Schocks zu sorgen. In kleinen Gruppen laufen Besucher z.B. durch dunkle Maislabyrinthe, modrige Herrenhäuser oder verlassene Horrorkliniken, um mit schöner Regelmäßigkeit “angebuht” zu werden. Die Rede ist hier natürlich vom “Buh”, mit welchem der Klischeegeist auf sich aufmerksam macht – nicht vom “Buh”, das ein Künstler von einem unzufriedenen Publikum zu hören bekommt.
In den USA ist das Geschäft mit dem “bezahlten Schrecken” noch um einiges größer als hierzulande: Pro Jahr werden in sogenannten Horror-Mazes und -Houses über 900 Millionen Dollar umgesetzt. Aufwendig thematisierte Kulissen zum Durchlaufen findet man in der “Haunt-Season” nicht nur in den bekannten Freizeitparks. Es gibt auch unabhängig davon einige Attraktionen, welche lediglich in den eineinhalb Monaten vor Halloween öffnen. Im Rest des Jahres arbeiten die Betreiber daran, ihre Angebote noch stimmungsvoller und schockierender zu machen – mit neuen Hintergrundgeschichten, düsterer Musik, motorisierten Figuren und passenden Requisiten. Dazwischen tummeln sich die sogenannten “Scare Actors”: Menschen, die in aufwändigen Kostümen plötzlich aus Verstecken springen und professionell für Schrecken sorgen – und das hundertfach pro Abend. Die Qualität einer Halloween-Attraktion wird von vielen Fans an der Effektivität dieser “Jump Scares” festgemacht. Plötzliche Schock-Momente gibt es dabei fast überall, der sogenannte “Gore”-Faktor (z.B. die Präsentation blutiger, abgetrennter Körperteile) fällt jedoch von Ort zu Ort unterschiedlich hoch aus.
Auch in Deutschland gibt es immer mehr Menschen, welche an Halloween freiwillig zahlen, um ordentlich erschreckt zu werden. Im Rest des Jahres ist es in vielen Bereichen eher umgekehrt: Wir erschrecken ordentlich, wenn wir zahlen müssen. Die Inflation ist eben einer der besten “Scare Actors”.













