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Ein Abschied, der von Herzen kam

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Vom Münsterpfarrer zum Ruheständler

Was für ein besonderer Sonntag im Münster St. Johannes! Nach Jahrzehnten im Dienst der Kirche wurde Domkapitular Norbert Winner vergangene Woche offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Und spätestens an diesem Tag wurde deutlich, wie eng der Geistliche mit den Menschen in Neumarkt verbunden ist – zahlreiche Gläubige und Weggefährten waren gekommen, um persönlich Danke zu sagen.

Wie sehr sich Winner stets Zeit für die Menschen und ihre Anliegen genommen hat, brachte Oberministrant Jonas Gerngroß auf den Punkt: „Die Tür zu Ihrem Pfarrhaus stand immer weit offen – so weit wie Ihr Herz.“

“Hahn im Korb”

Norbert Winner war weit mehr als „nur“ der Münsterpfarrer. Als Seelsorger aus Überzeugung wusste er, dass Glaube nicht allein zwischen Kirchturm und Kanzel seinen Platz hat, sondern vor allem mitten im Leben. Das bewies er auch als leidenschaftlicher Reiseleiter bei Gruppenreisen nach Italien, welche er regelmäßig anbot.

Und wer den heute 70-Jährigen ausschließlich im Talar erlebt hat, hat durchaus eine seiner unterhaltsameren Seiten verpasst. Als „Hahn im Korb“ beim Weiberfasching des Katholischen Frauenbundes bewies er unter anderem als Pavarotti, Graf Dracula oder König Ludwig von Bayern sein künstlerisches Talent.

Dass Norbert Winner auch gutes Essen liebt, ist kein Geheimnis. „Man muss dem Körper etwas Gutes gönnen, damit sich die Seele darin wohl fühlt“ lautet eines seiner Lieblingszitate.

Stabübergabe

Mit Dekan Stefan Wingen steht bereits ein Nachfolger in den Startlöchern. Der gebürtige Koblenzer ist als Seelsorger der Pfarrei „Zu Unserer Lieben Frau“ längst in Neumarkt tief verwurzelt. Wie sich die Lebenswege der beiden Geistlichen bereits gekreuzt haben, fasste Wingen mit einem Schmunzeln zusammen: „Erst war ich sein Kaplan, später sein Heimatpfarrer in Burgoberbach, bis vor Kurzem sein Nachbar in der Hofkirche und nun werde ich sein Nachfolger. Wir kommen einfach nicht voneinander los.“ Am 27. September wird Wingen offiziell in sein Amt eingeführt. Auf ihn wartet dann ein großer Seelsorgebereich mit rund 15.000 Katholiken.

Und auch im Pfarrhaus beginnt eine neue Zeit. Künftig wird das Gebäude der Gemeinde als reines Bürohaus dienen. Norbert Winner selbst ist bereits am 2. September in eine kleine Wohnung am Tiroler Hof gezogen.

Fotos: Susanne Weigl

An Fasching schlüpfte Winner in verschiedene Rollen.

Fotos: Susanne Weigl

Norbert Winner (Mitte) wurde im Kreis der Gläubigen verabschiedet.

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