BAP feilt in Burglengenfeld an Jubiläums-Show
Mit jeder Menge Geschichten im Gepäck erschien BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken vergangene Woche zusammen mit Ehefrau Tine, Tourmanager Matthias Schättgen und Konzertveranstalter Arthur Theisinger zum Pressegespräch in der Kellergasse 10 von Burglengenfeld. Der Kultur-Hotspot liegt nur einen kurzen Spaziergang vom Lanzenanger entfernt – jenem Gelände, auf dem 1986 Musikgeschichte geschrieben wurde.
Ein Versuchsballon
„Gibt es Fragen oder soll ich einfach mal loslegen?“, so eröffnete Niedecken die intime Runde. Eine rhetorische Frage, wie sich bald herausstellte, denn der Kölsch-Rocker nahm die anwesenden Medienvertreter kurzerhand mit auf eine Reise durch fünf Jahrzehnte Musikgeschichte.
Besonders lebendig wurden die Erinnerungen an das legendäre „Anti-WAA-Festival“ vor vierzig Jahren -der Widerstand gegen die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf mobilisierte Tausende. Die Anfrage, musikalisch ein Signal zu setzen, landete damals bei dem inzwischen verstorbenen Manager Roland „Balou“ Temme. „Wir sind dann während einer laufenden Tour in die Oberpfalz gefahren und haben gemerkt, dass vor Ort keine Profis waren, die wussten, wie man so ein großes Ding aufzieht“, erinnert sich Niedecken lachend. Also wurde improvisiert. Der Lanzenanger schien geeignet, danach ging es direkt weiter zum nächsten Auftritt nach Rüsselsheim. „Ich bin dann praktisch vom Auto direkt auf die Bühne gelaufen.”
Was heute minutiös geplant würde, war damals eine Hauruck-Aktion mit der deutschen Rock-Elite: Udo Lindenberg wurde telefonisch verpflichtet, Wolfgang Ambros erhielt eine Postkarte, die Toten Hosen kamen einfach dazu und die Plattenfirma hatte Herbert Grönemeyer mit ins Boot geholt. Eitelkeiten? Fehlanzeige. Rund 120.000 Besucher erlebten ein Mega-Spektakel. „Irgendwie haben wir das hingekriegt – das wäre heute angesichts der erforderlichen Sicherheitsauflagen undenkbar.”
Im Dialog mit dem Publikum
Jetzt, vier Jahrzehnte später, steht BAP wieder hier in der Region auf der Bühne. Sieben Warm-Up-Konzerte sind zur Vorbereitung der Jubiläumsshow geplant, bei der BAP am 10. Juli in Köln vor 40.000 Fans das 50-jährige Band-Bestehen feiern will – eines davon am 3. Juli in der Burglengenfelder Steinbruch-Arena. Vor 2000 Zuschauern soll das Programm der neunköpfigen Band den Feinschliff erhalten. „Denn erst vor Publikum zeigt sich, wo nachjustiert werden muss.” Und manchmal, so verrät der Kölsch-Rocker lachend, „kommt es dabei auch zu Pannen und Situationskomik.” Bei den Konzerten will man sogar sprachliche Barrieren abbauen. „Wir werden auch mal auf Hochdeutsch singen, damit die Leute verstehen, worum es geht“, scherzt Niedecken.
Helden der Jugend
Die Liebe zur Musik entdeckte Niedecken übrigens im Alter von 13 Jahren. „Da traten die Beatles in mein Leben“, erzählt der heute 75-Jährige. Bei „From me to you“ sei dann ein Kindheitstraum geplatzt. „Plötzlich wollte ich nicht mehr Winnetou sein, sondern Paul McCartney.“ Und dann gibt es natürlich noch diesen einen Song… Jenen Titel, ohne den kein Konzert enden darf: „Verdamp lang her“ sei, wie der Künstler lachend sagt, „meine Altersversorgung.”
Fotos: Susanne Weigl

Konzertveranstalter Arthur Theisinger und Hund Numa.











