Start-Anzeige-Auto & MobilitätDas Auto ist reparabel – und die Psyche?

Das Auto ist reparabel – und die Psyche?

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Die Folgen von Verkehrsunfällen für Mensch und Material

Der verbeulte Kotflügel und der abgebrochene Außenspiegel sind nach Verkehrsunfällen üblicherweise leicht zu entdecken und vom Fachmann auch zu reparieren. Das trifft jedoch nicht auf jeden Schaden zu, welcher bei einem Unfall entstehen kann. Die Bauweise von modernen Fahrzeugen erlaubt, dass diverse außenliegende Teile nach Gewalteinwirkung in die Ausgangsposition zurückschnellen – mit wenigen oder keinen sichtbaren Spuren. Darunterliegende Komponenten weisen jedoch sehr wohl Beschädigungen auf. Plastikstoßdämpfer stecken beispielsweise „leichte Rempler“ oft vermeintlich gut weg, verdecken jedoch deutliche Dellen am dahinterliegenden Blech. Die Krux bei der Sache: Wer seinen Unfallwagen genauer auf eventuelle verborgene Schäden untersuchen lassen möchte, bekommt nicht automatisch die Kosten dafür erstattet. Anstelle eines vollwertigen Gutachtens kann z.B. ein Kurzgutachten in Auftrag gegeben werden, welches in kompakter Form die Schäden fachgerecht dokumentieren soll. Auch wenn dabei üblicherweise „genauer hingekuckt“ wird als z.B. vom Laien am Unfallort, können auch hier verborgene Schäden übersehen werden – zudem übernehmen manche Versicherungen die Kosten für Kurzgutachten nicht. Im Optimalfall sollte hier Rücksprache mit dem Versicherer über das weitere Vorgehen gehalten werden.

Das Statistische Bundesamt verzeichnete 2830 Verkehrstote in der Bilanz für 2023. Bei 2,5 Millionen Verkehrsunfällen in diesem Zeitraum wurden zudem 364.900 Menschen verletzt. Was in diesen Statistiken nicht wirklich im Fokus steht, sind die Auswirkungen, welche Unfälle auf die menschliche Psyche haben können. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) befragte im Jahr 2014 Unfallopfer, welche sich zur stationären Behandlung in einem Krankenhaus befanden. Etwa ein Drittel der Befragten litt sowohl zu Beginn der Behandlung als auch ein Jahr nach dem Unfall an Angstsymptomen und gut ein Viertel an depressiven Symptomen. Wie sehr Betroffene negativ beeinträchtigt werden, hängt laut der Studie von vielen Faktoren ab. Menschen, welche vor dem Unfall psychische Vorbelastungen hatten, sind z.B. stärker gefährdet. Eine negative Rolle kann zudem das Gefühl spielen, in der Zeit nach dem Unfall geringe(re) oder keine soziale Unterstützung zu erhalten. Auch alleinstehende Menschen ohne Angehörige unterliegen einem höheren Risiko, unter psychischen Unfallfolgen zu leiden.

Unter anderem fordert die Studie, Mediziner und Pflegekräfte zu schulen, damit sie psychische Auffälligkeiten möglichst früh nach dem Unfall erkennen können – hier stehen meist die akuten physischen Verletzungen im Fokus. Manchmal entwickeln sich die psychischen Beschwerden erst mit zeitlichem Abstand – diese können von Gereiztheit über Schlaflosigkeit bis zu diffuseren Symptomen reichen. Wenn Betroffene konkrete Angst vor dem Autofahren entwickeln, kann dies massive Auswirkungen auf Alltag und Berufsleben haben. Hier konnten jedoch mit Therapien, bei denen Unfallopfer in Fahrsimulatoren an „brenzlige“ Verkehrssituationen herangeführt wurden, bereits Erfolge erzielt werden.

Weitere Infos bietet das Onlineportal www.hilfefinder.de, dort können Unfallopfer mit Hilfe eines „Traumachecks“ herausfinden, inwiefern sie von typischen Symptomen betroffen sind.

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