Start-Anzeige-FreizeitGroßes Himmelsballett vor Neumarkter Linsen

Großes Himmelsballett vor Neumarkter Linsen

Schaufenster Neumarkt

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Sternwarten-Mitglieder fuhren 2000 Kilometer zur Sonnenfinsternis

“Man fühlt sich verbunden”, sagt Gerald Reiser – und beschreibt den Moment, den er zusammen mit Christian Zeitler und Michael Bell, zwei weiteren Mitgliedern des Neumarkter Sternwartenvereins, erleben durfte. Als sich am 12. August der Mond vor die Sonne schob, wurde dieses Spektakel in vielen Teilen der Welt beobachtet. Die drei Astronomiebegeisterten aus Neumarkt waren dafür rund 2000 Kilometer mit dem Camper nach Spanien gefahren. “Der Ort, den wir eigentlich ausgesucht hatten, lag mitten im Naturschutzgebiet und durfte nicht mal mit Rädern angefahren werden”, erzählt Reiser. Die Alternative, welche das Trio aus der Oberpfalz schließlich wählte, lag unweit der Stadt Burgos auf 1000 Metern Höhe. Der Vorteil: Dort kann Staub oder Sand, welcher in niedrigeren Lagen aufgewirbelt wird, nicht groß die Aussicht trüben.

Bereits am Tag vor dem Ereignis kam das Team an, bei Temperaturen von über 35 Grad schlugen sie das Lager auf. Zahlreiche andere Interessierte waren ebenfalls vor Ort, darunter “Kollegen” von der Ingolstädter Sternwarte. “Die meisten waren aber Sonnenfinsternis-Touristen, keine erklärten Astronomie-Fans”, erinnert sich Gerald Reiser. Zeit zum Fachsimpeln hatte das Trio aus Neumarkt ohnehin nicht – bis kurz vor Beginn der Sonnenfinsternis tüftelte es an der mitgebrachten Technik: Drei große Teleskope, sowie mehrere Kameras und Objektive sollten beeindruckende Aufnahmen von dem Jahrhundert-ereignis ermöglichen. “Trotz präziser Vorbereitung hat nicht alles geklappt wie geplant”, erzählt Reiser. Dennoch konnte das Team von der um 20:30 Uhr beginnenden Totalität faszinierende Bilder mit nach Hause bringen. Das Klicken der Auslöser war in diesem Moment auch das einzige Geräusch – eine ungewöhnliche Stille legte sich über die rund 100 Campingwagen auf dem Plateau. “Da blieb einem erstmal die Luft weg bei diesem Anblick, das ist einfach unbeschreiblich.” Schließlich brandete tosender Applaus bei den Zuschauern auf – für dieses gelungene Pas de Deux zwischen Sonne und Mond. Zumindest teilweise galt der Beifall wohl auch “Bühnenmeister” Petrus, der dafür gesorgt hatte, dass für dieses besondere Himmelsballett kein Vorhang aus Wolken die Sicht verdeckte.

Fotos: Sternwarte Neumarkt

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