Der Herbst fordert Power von Gärtner und Gerät
“Habe ich hier nicht erst gestern ordentlich was weggeschnitten?” Diese Frage drängt sich manchem Hobbygärtner aktuell auf, wenn er den Blick durch seine heimische Grünanlage schweifen lässt. Nach kurzem Sinnieren wird aber meist bewusst, dass das nicht “gestern”, sondern schon “im letzten Herbst” war. Auch wenn seitdem einige Wochen durch große Trockenheit glänzten, fiel in anderen Phasen doch genügend Regen, dass viele Vertreter der Flora den Rückschnitt 2025 volumenmäßig kompensieren konnten. Fast jeder Gartenbesitzer dürfte zudem ein oder zwei “Kandidaten” haben, von denen er weiß: Was er im Oktober zurückschneidet, wächst bis kommenden September gefühlt um das Doppelte nach. Wenn also der angrenzende Lieblingsplatz zum Sonnenbaden in der nächsten Saison kein wortwörtliches Schattendasein fristen soll, müssen Teleskopschere, Gehölzschneider & Co. ans Werk. Ab Oktober lässt das Bundesnaturschutzgesetz in diesem Bereich mehr Maßnahmen zu als zur Vogelbrutzeit. Auch unabhängig von diesen Vorschriften neigen manche Gärtner dazu, Pflanzen und Gehölze im Sommer nur minimalst zu beschneiden – was den Herbst umso mehr zu einer Jahreszeit machen kann, in der von Menschen und Geräten viel Energie gefordert wird.
Natürlich: Gartengeräte, die nur mit Muskelkraft gespeist werden, gibt es auch 2026 noch – mit Astschere, Japansäge & Co. kann meist ohne Rücksicht auf Ruhezeiten geräuscharm gearbeitet werden. Fachgerecht geschliffene Klingen sorgen dabei nicht nur für saubere Schnitte, sondern schonen auch die menschlichen Kraftreserven – man möchte schließlich “wegschneiden”, nicht “wegreißen”. Die motorbetriebene Kettensäge für den Grünschnitt feiert übrigens nächstes Jahr einen runden Geburtstag: 1927 wurde das erste benzinbetriebene Modell von einem Hamburger Unternehmen in Serie auf den Markt gebracht. Zur Bedienung wurden dafür stets zwei Arbeiter benötigt.
Große Entwicklungen gab es mit Einzug und Fortentwicklung der Akkutechnik. Die Hersteller von akkubetriebenen Modellen konnten die Effizienz bzw. Kapazitäten im Lauf der letzten Jahre noch steigern – zudem gingen sie teilweise „Akku-Allianzen“ mit anderen Unternehmen ein, was Geräte unterschiedlicher Marken kompatibel macht. Wenn beim Ästekürzen die Leistung des Gehölzschneiders nachlässt, kann man also z.B. mit dem Akku des Laubbläsers weiterarbeiten.
Für den letzten Rasenschnitt wird ein trockener Moment nach dem ersten Frosttag empfohlen, das Gras sollte jedoch bis auf maximal 5 Zentimeter gekürzt werden. Für Bereiche, in denen nur ein bis zweimal pro Jahr gemäht wird, bietet der Markt Maschinen, welche die nötige Power liefern. Die z.B. auf Streuobstwiesen eingesetzten Balkenmäher gibt es mit Benzinmotor, inzwischen aber ebenfalls mit „Batteriebetrieb“. Die leistungsstarken Akkus sind dabei auf dem Gerät angebracht, für Extraenergie gibt es bei einigen Modellen auch Zusatzakkus, welche sich der Gärtner auf den Rücken schnallen kann. Wo große Flächen jeden Herbst mit Laubmassen bedeckt sind, können Laubsauger auf Rädern einiges an Arbeit abnehmen. Sie befördern die Blätter in einen angebrachten Fangsack, manche Modelle häckseln das Laub dabei auch noch.
Es gibt also viel zu tun zum Ende der Gartensaison – wobei der „wahre“ Gärtner erfahrungsgemäß auch noch im tiefsten Winter einige Handgriffe zum Erledigen findet. Dennoch beginnt nun allmählich die Phase, wo er dann doch mal für längere Zeit seine eigenen Akkus aufladen kann. Und nicht nur die seiner Gartengeräte…
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