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Das Wichtigste vorab: Es darf weiterhin mit Holz geheizt werden. Zwar gab es in den vergangenen Jahren einige Gesetzesänderungen, besonders bezüglich der zugelassenen Emissionswerte – einige alte Holzfeuerstätten mussten infolgedessen bis Ende 2024 ausgetauscht werden. Moderne Anlagen, welche die neuen Vorgaben erfüllen, dürfen jedoch weiter genutzt werden.
Gerade in Zeiten, in denen die Preise für Heizöl und Gas gefühlt nur die Aufwärtsrichtung kennen, spielt so mancher verstärkt mit dem Gedanken, auf “Heizen mit Holz” umzusteigen – oder dies als Zusatzoption zu bestehenden Heizanlagen einzurichten. Nach Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) kam Holz im Jahr 2025 in 4,1 Prozent aller beheizten Gebäude als Wärmelieferant zum Einsatz. In nicht wenigen Häusern werden Kamine, Kachelöfen & Co. genutzt, um in den Übergangsphasen zwischen warmen und kalten Jahreszeiten einzuschüren – bevor z.B. eine existierende Öl- und Gasheizung hinzugezogen wird. Natürlich dienen moderne Holzfeuerstätten aber auch vielerorts als alleiniger Hauptwärmelieferant.
Technik, Ästhetik, Romantik
Je trüber und stürmischer der Herbst ausfällt, desto verlockender mag für manchen das Bild vom offenen Kamin sein, in welchem Holzscheite vor sich hin prasseln. Sie liefern nicht nur Wärme, sondern auch eine Atmosphäre, die in Augen vieler als behaglich oder gar romantisch gilt. Dieses “Klischeebild” ist jedoch nur eine von vielen möglichen Varianten, mit Holz zu heizen. Die Gebäudestruktur bestimmt dabei die technischen Anforderungen an das System. Eine zentrale Anlage kann z.B. aus dem Keller heraus mehrere Stockwerke bzw. Räume versorgen. Gerade wenn es aber um Lösungen für einzelne Wohnräume geht, stellt sich nicht nur die Frage nach der Leistungsfähigkeit, sondern auch nach der Ästhetik: Möchte ich das lodernde Feuer vor allem spüren oder auch prominent sehen? Kamine, Kaminöfen und Kachelöfen unterscheiden sich nicht nur in Konstruktionsart, Wirkungsgrad und Wärmespeicherfähigkeit, sondern auch darin, wie visuell präsent ihre Brennstelle im Raum wirkt. Eine weitere Frage: Wie viel Arbeit möchte ich beim Einschüren? Die oben beschriebene “Bilderbuchvariante” erfordert das manuelle Auf- und Nachlegen der Holzscheite, bei modernen Pelletöfen ist der Heizvorgang hingegen mit einem Knopfdruck startbar – das Material wird automatisch vom Pellettank in den Brennraum befördert. Die vielen Formen von “Heizen mit Holz” unterscheiden sich also auch darin, wie sehr man jedes Mal tatsächlich mit Holz in Berührung kommt, wenn Wärme gewünscht wird.
Knackpunkt Klimaneutralität
Egal, ob Holz energetisch für die Wärmegewinnung genutzt wird oder im Wald verrottet – es setzt nur die Menge an Kohlendioxid frei, die der Baum während seines Wachstums zuvor aus der Atmosphäre gebunden hat. Solange in den Wäldern mindestens so viel Holz nachwächst, wie entnommen wird, bleibt die CO2-Bilanz positiv – dies bestätigen wissenschaftliche Bewertungen sowie die Zahlen der Bundeswaldinventur. „Holzenergie liefert inzwischen über 60 Prozent der erneuerbaren Wärme in Deutschland und ersetzt zunehmend fossile Energieträger wie Öl und Gas. Sie trägt damit maßgeblich zum Klimaschutz, zur sicheren Wärmeversorgung und zur regionalen Wertschöpfung bei“, erklärt Gerolf Bücheler, Geschäftsführer des Fachverbands Holzenergie.
Hinsichtlich der Klimaneutralität muss aber betont werden: Wenn ein über Jahrzehnte gewachsener Baum gefällt wird, muss der an dieser Stelle gepflanzte Setzling über lange Zeit wachsen, um dieselbe Menge CO2 zu binden wie sein “Vorgänger”. Auch die Frage “Woher kommt das Holz?” spielt eine Rolle – wird das Material kilometerweit durch mehrere Länder transportiert, verschlechtert das die Klimabilanz.
Bauen vor Heizen?
Holz wächst zwar nach, das macht es jedoch nicht zu einem Rohstoff, der unbegrenzt vorhanden ist. Dies bringt mit sich, dass auch die Preise für Holz schwanken (wie z.B. zu Beginn des Ukrainekrieges beobachtbar). Somit muss stets abgewogen werden, wofür das begrenzt verfügbare Material genutzt wird. Ein möglicher Ansatz ist hier die sogenannte Kaskadennutzung, bei welcher Holz so oft wie möglich zu unterschiedlichen Zwecken stofflich verwendet wird (z.B. als Baumaterial), bevor es zur Wärmeerzeugung verbrannt wird. Dieses Prinzip sollte im Mai 2026 eigentlich im Gebäudemodernisierungsgesetz verpflichtend vorgeschrieben werden, wurde jedoch in letzter Minute wieder gestrichen. Unabhängig davon wird es laut Vertretern der Holzbranche jedoch ohnehin schon praktiziert. So wird z.B. hochwertiges Stammholz primär für Möbel oder den Hausbau verwendet, erst danach folgt die energetische Nutzung. In regionalen Holzenergiewerken kommen meist Hackschnitzel zum Einsatz, hierfür werden Resthölzer oder auch Schadholz verwendet, welches für bauliche Nutzung oft nicht geeignet ist. Schon heute werde nur knapp ein Drittel der anfallenden Sägenebenprodukte stofflich genutzt, betont der Fachverband Holzenergie, der Großteil stünde hingegen für die energetische Nutzung zur Verfügung. Allein 2025 seien in Deutschland rund 136 Terawattstunden Wärme aus Holz produziert worden – damit wurden fossile Energieimporte im Wert von mehr als fünf Milliarden Euro ersetzt.
Wie viel Holz werden wir haben?
Mit einer sogenannten Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung (WEHAM) prognostiziert das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, wie viel Holz in deutschen Wäldern in Zukunft zur Verfügung stehen wird. Die Schätzung zeigt, dass die Menge in den nächsten vier Jahrzehnten etwa gleichbleiben dürfte. Allerdings wird sich die Zusammensetzung des Holzaufkommens verändern. Bei der Fichte sinkt das Nutzungspotenzial, Laubholz hingegen bekommt eine zunehmende Bedeutung. 52 Prozent des Holzes stammen aus Privatwäldern.
Aktuell kämpft die Waldwirtschaft mit anhaltender Trockenheit und der massenhaften Ausbreitung von Schadinsekten, welche großflächige Kahlflächen entstehen ließen. Gleichzeitig stehen in den kommenden Jahrzehnten jedoch umfangreiche Altbestände aus den Nachkriegsaufforstungen zur Nutzung zur Verfügung.
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