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Nach 650 Jahren „wie neu“

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Freystädter Stadlmann-Anwesen wird zum Tag des offenen Denkmals eingeweiht

Das Wort Denkmalschutz ist für manche Bauherren ein Synonym für „Dorn im Auge“ – ist doch jener Schutz oftmals der Grund, dass sie bei ihren Projekten nicht so verfahren können wie gewünscht, mit längeren Verzögerungen rechnen oder Zusatzkosten tragen müssen. Der Tag des offenen Denkmals, welcher seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert wird, soll letztendlich auch der Bevölkerung zeigen, dass Denkmalschutz zwar in manchen Bereichen einschränkend wirken mag, jedoch auch Chancen birgt. Unter anderem die Chance, alten Bauten neues Leben einzuhauchen, ohne die Brücken in die architektonische Vergangenheit komplett abzubrechen. Um dies zu verdeutlichen, öffnen bundesweit historische Gebäude und Orte ihre Pforten, welche teilweise sonst nicht frei für die Öffentlichkeit zugänglich sind – darunter eben auch Areale, welche in jüngster Vergangenheit saniert wurden.

Wenn am 10. September 2023 der Tag des offenen Denkmals sein 30-jähriges Jubiläum feiert, werden in Deutschland wieder rund 6000 Objekte zu besichtigen sein – im Landkreis Neumarkt unter anderem das Stadlmann-Anwesen in Freystadt. Und hier geht es um eine Historie, die bereits 120 Jahre vor der Entdeckung Amerikas begann. Die Wurzeln des Gebäudes am Marktplatz 47 reichen rund 650 Jahre zurück. Bei der Sanierung in den vergangenen Jahren wurden laut den Architekten die Grundprinzipien gelungenen Denkmalschutzes auf mehrfache Art berücksichtigt: Zum einen fand Rückbau dort statt, wo es notwendig war, um auf sinnvolle Weise „städtebaulich hinderlichen Ballast“ loszuwerden, welcher die zukünftige Nutzung eingeschränkt hätte. Das Baudenkmal wurde von störenden Bauteilen und Materialien wie Kunststoffen, Styropor und „Problemstoffen“ bereinigt. Neu hinzugefügte Elemente basieren auf baugeschichtlichen Erkenntnissen und Strukturen und erlauben eine Nachverdichtung in zentraler Lage – kein unwichtiger Faktor in einer Zeit, in der Bauprojekte „auf der grünen Wiese“ oft für Diskussionen über Flächenverbrauch sorgen.

Die neue Nutzung des Denkmals als Archiv und öffentliche Mehrzweckräume ist laut den Verantwortlichen denkmalverträglich, lässt dem Gebäude seine Authentizität und birgt Potential, die Ortsmitte zu stärken. Am 10. September feiert man die Einweihung des Stadlmann-Anwesens mit einem bunten Rahmenprogramm. Dazu gehören u.a. Live-Musik und Architektenführungen, zudem bieten die Festdamen der FFW Thannhausen und der Kinderfreyzeit e.V. Grillspezialitäten bzw. Kaffee und Kuchen an.

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