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Der Arbeitsmarkt stellt neue Spielregeln auf

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Gute Leute fallen nicht vom Himmel

Volle Auftragsbücher sind kein Garant für wirtschaftlichen Erfolg, wenn die Mitarbeiter fehlen. Wie Unternehmen im Wettbewerb um qualifizierte Kräfte bestehen können, war Thema eines Fachkräfte-Symposiums in der Aula der TH-OHM-Außenstelle am Neumarkter Residenzplatz. Auf Einladung der städtischen Wirtschaftsförderung trafen sich Geschäftsführer, Personalleiter und Ausbildungsbeauftragte aus der Region.

Umdenken und neue Wege gehen

Peter Röckl machte in seinem Impulsvortrag deutlich, wie groß der Handlungsdruck ist. Der Buchautor verwies auf eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft, wonach bis 2029 rund 723.000 Fachkräfte fehlen. Während die sogenannten „Babyboomer“ nach und nach aus dem Berufsleben ausscheiden, fehle es an qualifiziertem Nachwuchs. Viele verlassen die Schule ohne Abschluss und die Einwanderung von Fachkräften scheitere oft an bürokratischen Hürden.

Für Unternehmen wird es daher immer wichtiger, bei der Personalsuche umzudenken. Eine klassische Stellenanzeige in den sozialen Medien allein reiche längst nicht mehr aus, um geeignete Bewerber zu erreichen, weiß Röckl. Wer Fachkräfte gewinnen will, muss mehr bieten als einen Arbeitsplatz. Entscheidend für Interessenten seien neben Betriebsklima und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch die innerbetrieblichen Entwicklungsmöglichkeiten. Wie sich ein Unternehmen glaubwürdig präsentieren kann, zeigte Röckl am Beispiel eines Werbespots des Getränkeherstellers SodaStream. Darin sucht der CEO offensiv den direkten Kontakt zu seinen Mitarbeitern und lässt diese auch selbst zu Wort kommen.

Nicht jeder Job bleibt menschlich

Auch die Künstliche Intelligenz (KI) verändert bereits heute die Arbeitswelt. Laut einer Umfrage des globalen Hochschulverbandes (GMAC) ersetzt bereits jeder dritte Arbeitgeber seine Einstiegspositionen durch KI. Wie stark Unternehmen auf diese Technologie setzen, verdeutlichte Röckl am Beispiel der Telekom, die damit jährlich rund 2,5 Mrd. Euro einsparen will.

In der anschließenden Podiumsdiskussion lenkte HWK-Vizepräsident Gerhard Ulm den Blick auf das Handwerk. Dort sei vor allem die Ausbildung entscheidend, um den Nachwuchs zu sichern. Ulm verwies auf den Trend zu höheren Bildungsabschlüssen, während immer weniger junge Menschen eine Ausbildung anstreben.

Die Botschaft des Abends war klar. Wer Menschen gewinnen will, muss sich mit ihren Erwartungen auseinandersetzen und überzeugend vermitteln.

Fotos: Susanne Weigl

Brigitte Frauenknecht (Director HR Dehn SE), Ursula Hammerbacher (Vorstand IHK Regensburg), Bernhard Müller (Geschäftsführung Klebl), Niels Oberbeck (Präsident OHM TH Nürnberg), Gerhard Ulm (Vizepräsident HWK Niederbayern-Oberpfalz).

„Strategien gegen den Fachkräftemangel“, lautete das Thema von Peter Röckl.

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