Moderne Beleuchtungskonzepte
Im Grunde muss zur Frage aus der Überschrift eine Gegenfrage gestellt werden: “Um welchen Raum geht es denn?” – dies spielt durchaus eine Rolle! Ein gesamtes Zimmer ähnlich wie ein Fußballstadion mit Licht zu “fluten”, ist in den wenigsten Fällen sinnvoll. Vereinfacht gesagt sollte das primäre Ziel sein, dort für Beleuchtung zu sorgen, wo es etwas zu sehen gibt oder wo etwas gesehen werden “muss”.
Nicht erst seit gestern wird mit Licht gezielt die Funktionalität von Privaträumen erhöht. Schon in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts gab es z.B. Badezimmerspiegelschränke mit elektrischem Licht, welches beim Schminken oder Rasieren helfen sollte. Leuchtstoffröhren wurden (in ihren unterschiedlichsten Entwicklungsstufen) sowohl im gewerblichen als auch im privaten Bereich für die gleichmäßige Beleuchtung von Arbeitsplätzen und –platten verwendet – ab den 1980ern kamen sie in kompakter Form u.a. verstärkt unter Küchenhängeschränken im Einsatz. Zunächst in Museen und Galerien verwendete Schienen- oder Seilsysteme fanden ihren Weg an Wohnzimmerdecken. Sie erlauben das flexible Platzieren von Strahlern, um Möbel, Bilder & Co. akzentuiert in Szene setzen oder Licht an Stellen zu liefern, wo es z.B. zum Lesen gebraucht wird.
Durch die kompakte Bauweise von moderner LED-Technik lässt sich Licht auch an Stellen bringen, wo früher an den Einsatz herkömmlicher Glühlampen platz- oder auch temperaturbedingt nicht zu denken war. Auch auf engstem Raum können Komponenten installiert werden, welche eine flexible Farbwahl ermöglichen – das RGB-Prinzip (Rot-Grün-Blau) erlaubt die Mischung der drei Grundfarben zu tausenden von Farbtönen. Zudem ist bei vielen Komponenten eine Anbindung an bestehende Smart-Home-Systeme möglich.
Wer sich moderne Innenarchitektur ansieht, kann durchaus einen aktuellen Trend bei den Beleuchtungskonzepten erkennen: Man sieht zwar, dass es Licht im Raum gibt, die eigentlichen Lichtquellen sind jedoch oft gut “versteckt”. Natürlich bietet der Markt nach wie vor Beleuchtungsobjekte, welche nicht nur Helligkeit liefern, sondern ein Zimmer durch ihr eigenes Erscheinungsbild ästhetisch prägen können – vom dreiflammigen Deckenstrahler bis zur Vintage-Stehlampe. Immer öfter wird jedoch mit indirektem Licht gespielt: Die Lichtquellen befinden sich dabei z.B. in Regalböden und hinter Decken- oder Fußbodenleisten. Sie liefern gerade bei geschicktem Einsatz die Illusion, der Raum selbst würde ein “magisches Glühen” ausstrahlen. Derartige Beleuchtung kann für eine gewisse Grundhelligkeit und eine entspannte Atmosphäre sorgen, für Wohnzwecke ist jedoch oft eine Kombination mit direkter punktueller Ausleuchtung für Lektüre & Co. nötig. Für die Stelle, wo das Buch liegt, wird eine Beleuchtungsstärke von 300 bis 600 Lux empfohlen. Wenn es beim Lesen dunkler ist, kann dies zwar zu stärkerer Anstrengung oder Kopfweh führen, man “verdirbt” sich auf Dauer jedoch nicht die Augen.



