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Fokus Landratswahl 2026

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Das Wochenblatt Neumarkt sprach mit Kandidat Dirk Lippmann, SPD

Herr Lippmann, Sie kandidieren nun zum dritten Mal als Landrat. Gibt es etwas, was Sie durch die vergangenen Wahlen “lernten” und nun berücksichtigen?

Lippmann: Also von meinen grundsätzlichen Überzeugungen im Sinne der SPD würde ich nicht abrücken. Prinzipiell gibt es in der Landkreispolitik eher selten klare Parteistandpunkte, Entscheidungen im Kreistag sind oft einstimmig. Natürlich hat es meine Partei in einem konservativ-ländlich geprägten Landkreis eher schwer. Aber es gab hier auch schon SPD-Bürgermeister, welche mehrmals kandidierten, bevor sie gewählt wurden. Letztendlich trete ich erneut an, weil mir die Kommunalpolitik wichtig ist und nach wie vor Spaß macht.

Wo würden Sie im Fall einer Wahl Schwerpunkte setzen?

Lippmann: Unter anderem in der Bildungspolitik. Da ist der Landkreis in vielen Bereichen schon gut aufgestellt, aber was uns fehlt, ist eine eigenständige Hochschule. Ich merke als Stellvertreter des Landrats immer wieder auf Terminen, wie Bildung und Wirtschaft in anderen Hochschulstädten verflochten sind. Da gründen ehemalige Studenten z.B. auch eigene Firmen. Wir verlieren viele junge Menschen an andere Hochschulstandorte – und zu wenige kommen zurück. Eine Hochschule kann der Landkreis zwar nicht eigenständig umsetzen, aber ein Landrat kann sich dafür ins Zeug legen. Man muss die Leute so lang nerven, bis es klappt.

Spüren Sie in der Bevölkerung ein gesunkenes Verständnis dafür, dass in der Politik oft Kompromisse nötig sind?

Lippmann: Die Aufgeregtheit ist heute – auch durch die sozialen Medien – wesentlich höher als vor 30 Jahren, sie ebbt aber auch schneller ab. Ich denke, die Politik muss öfter erklären, warum etwas gemacht wird. Es muss aber auch klar sein: Wären die aktuellen Probleme mit einer einfachen Antwort lösbar, wäre das schon längst passiert. Ich habe Verständnis, wenn Menschen in diversen Bereichen Bedenken haben, aber man muss auch das große Ganze sehen.

Thema Bürokratieabbau – Hätten Sie absolut freie Hand, welche Vorschriften würden Sie abschaffen?

Lippmann: Zum Beispiel einige beim Thema “Bauen”. Ich habe u.a. von Architekten gelernt: Wenn ich ein Gebäude mit einem “1-A-Plus-Standard” hinsichtlich der Energieeffizienz möchte, wird für die letzten 5 bis 10 Prozent der Effizienz ein enormer Aufwand betrieben. Hier sollten Kosten und Nutzen stärker gegengerechnet werden – damit nur bis zu einem lohnenden Punkt saniert oder gedämmt wird. Ein bisschen steckt es auch in der deutschen Mentalität, dass wir eine 100-Prozent-Lösung wollen.

Wie sollte die Digitalisierung im Landkreis vorangetrieben werden?

Lippmann: Digitalisierung sollte immer eine Verbesserung für viele Seiten mit sich bringen. Ein Beispiel: Bauanträge werden im Landkreis teilweise digital eingereicht. Sie durchlaufen Abteilungen im Landratsamt, am Schluss wird dann der Bescheid aber ausgedruckt und versendet. Ein anderes Beispiel: Ich habe neulich als Vertreter des amtierenden Landrats bei einer Katastrophenschutzübung gemerkt: Wir haben kompetente Menschen und Organisationen, aber ihre digitalen Systeme sind nicht immer miteinander kompatibel. Da wünsche ich mir klare Vorgaben, damit alle problemlos kommunizieren können.

Manche Menschen können nicht ohne Hilfe über das Internet z.B. Behördensachen erledigen. Braucht es für sie weiterhin analoge Alternativen?

Lippmann: Eine Zeitlang wird das sicher noch parallel laufen. Wir haben aber vielerorts tolle Nachbarschaftshilfen und z.B. im Pyrbaumer Rathaus auch sehr hilfsbereite Mitarbeiter. Wenn ich etwa als Senior Unterstützung brauche, bekomme ich sie auch.

Landrat ist kein 9-to-5-Job…

Lippmann: Nein (lacht), da langen 24 Stunden manchmal nicht aus. Es ist mir auch sehr wichtig, bei Vereinen & Co. präsent zu sein – die Ehrenamtlichen hinter Projekten sollten Wertschätzung erfahren. Natürlich habe ich meine Kandidaturen immer mit meiner Familie abgesprochen, denn wenn man Landrat wird, gibt man auch viel auf. Inzwischen sind meine beiden Kinder 18 und 14 Jahre alt – ich bin froh, dass ich sie aufwachsen sehen durfte.

Danke für das Gespräch.

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