Hilfestellungen für Allergiker
Eigentlich kann man beim Thema Pollenflug gar nicht mehr von einer „Saison“ sprechen. Durch den Klimawandel verschwinden Pollen aus dem Vorjahr später, während neue früher auftauchen. Erle und Hasel liegen in vielen Regionen bereits in den ersten Monaten des Jahres in der Luft. Zudem führt in Städten Luftverschmutzung dazu, dass Pflanzen mehr Pollen produzieren. Manche Allergiker haben somit womöglich das ganze Jahr über Symptome. Über 15 % der Deutschen sind prinzipiell betroffen – Tendenz steigend. Es gibt nicht nur innerhalb der klassischen „Schulmedizin“ vielfältige Ansätze, Betroffenen Linderung zu verschaffen.
Mit einer Allergen-Immuntherapie, auch als Hyposensibilisierung oder Desensibilisierung bekannt, wird beispielsweise versucht, den Körper des Patienten nach und nach an den symptomverursachenden Stoff zu gewöhnen. Dazu gibt es unterschiedliche Verfahren, bei der klassischen Methode wird ein Extrakt des Allergieauslösers über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren in das Oberarm-Fettgewebe gespritzt. Die Dosis wird im Lauf der Anfangsphase erhöht. Die Behandlung kann sich jeweils nur einem speziellen Allergen widmen – Menschen mit mehreren Allergien müssen zunächst eine Desensibilisierung abschließen, bevor sie eine weitere beginnen können. Auch Therapien mit Tropfen- oder Tabletteneinnahme gibt es.
Bauliche Maßnahmen können ebenfalls Früchte tragen: Im Zuhause kann z.B. ein Wandlüfter mit entsprechender Filterfunktion das Eindringen von Blütenpollen in das Gebäude verhindern. Er sorgt für saubere, reizarme Atemluft. An der Außenwand installierbar, sind solche Geräte auch bei Bestandsbauten nachrüstbar. Eine weitere Möglichkeit ist, Fenster und Türen mit speziellen Pollenschutzgeweben auszustatten. Diese feinmaschigen Gewebe, welche für das menschliche Auge kaum sichtbar sind, lassen zwar Tageslicht und Frischluft ins Innere, jedoch keine Pollen (oder Insekten). Wichtig ist hierbei eine genaue Anpassung auf die Maße, schon kleine Lücken können die Effizienz des Schutzes vermindern.
Damit Pollen nicht anderweitig von draußen nach drinnen gelangen können, ist „Disziplin“ im Alltag nötig. Nach Aufenthalten im Freien sollte man die Kleidung zügig wechseln, „pollenverschmutzte“ Textilien sollten vor allem nicht in Schlafräumen gelagert werden. Abendliches Duschen bzw. Haarewaschen kann zudem die Nachtruhe verbessern. Für Menschen, welche vorrangig Symptome an den Augen spüren, kann ein mechanischer Schutz gegen direkten Pollenflug (z.B. eine große Sonnenbrille) hilfreich sein.


