Das politische Portrait

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Fokus Landratswahl 2026

Das Wochenblatt Neumarkt sprach mit Kandidat Stefan Haas, Bündnis ´90/Grüne

Herr Haas, welche Rolle spielte Politik in Ihrem Elternhaus?

Haas: Meinen Vater hätte ich früher als typischen CSU-Wähler bezeichnet, parteipolitisch war jedoch niemand in meiner Familie engagiert. Natürlich hat man sich über tagesaktuelle Themen unterhalten. Ich war bereits mit 16 an Parteien interessiert und war kurz davor, bei den Jusos einzutreten, was sich aus diversen Gründen zerschlug. Spätestens mit der eigenen Familie wuchs die Erkenntnis, dass beim Thema Klimaschutz wenig gemacht wird. Und vom Sofa kann man die Welt eben nicht besser machen. Wenn man dann aber in die Politik geht, merkt man: Vieles ist komplexer als gedacht.

Was würde Sie am Amt des Landrates reizen?

Haas: Ich bin ja bereits Kreisrat. Als Mitglied einer kleineren Fraktion bekommt man da oft Dinge vorgelegt, welche vorab die Kreisverwaltung vorbereitet hat. Die grobe Ausrichtung von Entscheidungen passiert dort unter Federführung des Landrats – das ist seine Aufgabe, dafür trägt er die Verantwortung. Und genau diese Verantwortung möchte ich übernehmen.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach die aktuelle Popularität von Parteien auf Bundesebene für die anstehende Kommunalwahl?

Haas: Kommunalwahlen sind grundsätzlich eher Persönlichkeitswahlen, am stärksten bei Gemeinderäten, wo für die meisten Wähler die Person selbst ausschlaggebend ist. Bei der Wahl des Kreisrats dürften die Parteien und die Bundespolitik mehr mit reinspielen. Dieses Mal müssen wir Grüne wohl mit mehr Gegenwind rechnen.

“Gegenwind” gibt es auch oft von Bürgern, wenn Projekte wie Windräder oder Solarparks entstehen sollen – und das, obwohl in vielen Umfragen die Mehrheit durchaus für “mehr regenerative Energien” plädiert…

Haas: Ja, dieses “Not in my backyard”-Prinzip haben wir überall, dem ist schwierig entgegenzuwirken. Ich merke aber: Oft kommen z.B. gegen Windkraft sehr diffuse Argumente. Da müssen wir auch aufklären und sagen: Was Sie da gehört haben, stimmt schlicht und einfach nicht! Viele Kommunen versuchen auch, die Bevölkerung zu beteiligen, z.B. mit “Bürgerwindrädern”.

Sie sind Softwareentwickler mit Schwerpunkt “Künstliche Intelligenz”. Wie sehen Sie den Landkreis im Bereich “Digitalisierung” aufgestellt?

Haas: Wir haben schon einige digitale Prozesse, allerdings sind sie teilweise unübersichtlich. Jeder Verbraucherschützer warnt z.B. davor, persönliche Daten einzugeben, wenn sich in der Browserleiste die Internetadresse ändert – aber genau das passiert auf der Landkreiswebseite regelmäßig, wenn ich unterschiedliche Dienste in Anspruch nehmen will. Da müsste man ein Bürgerportal schaffen, das aus einem Guss ist. Künstliche Intelligenz wird auch im Landratsamt großen Einfluss gewinnen. Sie bringt Entlastung, aber am Ende muss immer ein Mensch dahinterstehen, der Entscheidungen trifft oder prüft – denn KI ist alles andere als unfehlbar.

Welches Thema würden Sie als neu gewählter Landrat möglichst schnell anpacken?

Haas: Ich würde mich ab Tag 1 dafür einsetzen, dass das Arbeitsklima an unserem Klinikum wieder dem entspricht, was meiner Meinung nach für eine gute Gesundheitsversorgung nötig ist. Klar ist: Der Konsolidierungsprozess im gesamten Krankenhaussegment macht auch bei uns Veränderungen notwendig. Wenn man aber die Leute mitnimmt, zeigen die meisten Mitarbeiter nach meiner Berufserfahrung auch Verständnis. Aktuell wurde ein Verdrängungswettbewerb gestartet, welcher Träger sein Klinikum am längsten halten kann – momentan sieht es für uns ganz gut aus.

Gibt es einen Fixtermin in Ihrem Privatleben, der für Sie wichtig ist, um “runterzukommen”?

Haas: Von März bis Ende Oktober sind am Freitagabend die Fußballspiele der “alten Herren” bei der DJK SV Berg. Das halte ich mir immer frei, da bin ich unter Freunden und möchte auch, dass auf mich Verlass ist.

Würden Sie sich am Feld als Spielmacher bezeichnen?

Wäre ich gerne, wenn mich der Trainer lassen würde (lacht)…

Danke für das Gespräch.

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