Endlich richtig tanzen lernen
Dauerregen und kräftiger Wind ließen in der zweiten Oktoberhälfte manche geplante Outdooraktivität flachfallen. Eine Folge: Nicht nur Zeitgenossen, welche im Beruf viel sitzen, müssen aktuell verstärkt darauf achten, dass ihr im Sommer etabliertes Freizeit-Bewegungslevel nicht rapide absinkt. Eine mögliche Lösung: Man könnte sich aufs Parkett wagen… Die kühle Jahreszeit ist prädestiniert dafür, zu tanzen – nicht nur aufgrund der vielerorts stattfindenden Herbst- und Winterbälle.
Mancher hat womöglich zum letzten Mal in der Schulzeit bei einer Tanzstunde einen “amtlichen” Walzer gewagt und möchte seine verstaubten Grundkenntnisse auffrischen, andere haben noch gar keine Erfahrungen und suchen ein neues Hobby, welches im Optimalfall bis ins höhere Alter jung hält. Ein Vorteil des Tanzens: Es bietet auch im Winter eine Möglichkeit des Stressabbaus. In einer jüngst durchgeführten Studie beschäftigten sich internationale Wissenschaftler zum ersten Mal disziplinübergreifend mit diesem Thema und bescheinigten den Bewegungen auf dem Parkett ein besonders hohes gesundheitsförderndes Potenzial. Dies liegt an vielen Facetten: Die begleitende Musik wirkt an sich schon positiv auf den Menschen und bedient im Gehirn das “Belohnungssystem”. Die körperliche Aktivität auf dem “Dancefloor” regt die Endorphin- und Dopaminfreisetzung an, was zu Glücksgefühlen beiträgt. Und nicht zuletzt findet Tanzen meist in menschlicher Gesellschaft statt, oft in Verbindung mit körperlicher Nähe und Berührung. Gerade die “Gleichtaktung” mit dem Partner kann ein Gefühl der Verbundenheit schaffen, das womöglich in anderen Alltagssituationen nicht so bewusst wahrgenommen wird. Ein Grundtenor der Untersuchung: Die Komponenten “Musikhören”, “Bewegung im Takt” und “sozialer Kontakt” wirken im Zusammenspiel noch stärker als jede für sich allein – die positiven Wirkungen potenzieren sich.
Prinzipiell geht es beim Tanzen allgemein auch darum, aus sich “herauszugehen” und Bewegungskombinationen zu wagen, welche der Körper im Alltag sonst eher nicht vollführt. Etwas bedenklich ist da eine Umfrage, für welche in den USA Erwachsene aus unterschiedlichen Altersgruppen befragt wurden. 30 Prozent erklärten, dass sie in der Öffentlichkeit aufs Tanzen verzichten – aus Angst, mit Handykameras gefilmt und auf Social Media zum Spottobjekt zu werden. Statt das Parkett komplett zu meiden, gäbe es hier aber andere Lösungsansätze wie z.B. einen Tanzkurs – die besten Lehrer können auch mit “selbsterklärten Bewegungslegasthenikern” durchaus Erfolge erzielen. Oder gar ein Filmverbot, welches einige Kult-Discotheken bereits vor Jahren eingeführt haben. Man sollte aber auch betonen: In der Geschichte der Menschheit gab es immer mal wieder Tanzdarbietungen auf dem Parkett, die erst belächelt wurden, bald darauf galten sie jedoch als “der letzte Schrei”…

Ein spontanes Tänzchen kann gegen den “Herbstblues” helfen
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