Private Hochschulen, Akademien & Co.
Im Deutschen Grundgesetz rangiert das Thema ziemlich weit vorne: Bereits in Artikel 7 steht schwarz-auf-weiß: “Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates”. Nur wenige Absätze später ist jedoch auch geregelt, dass neben staatlichen auch private Schulen existieren dürfen – unter bestimmten “Qualitätsvoraussetzungen”.
Die Rolle privater Bildungseinrichtungen hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. So waren laut Statistischem Bundesamt (Destatis) im Wintersemester 2024/25 insgesamt 383.672 Studierende an privaten Hochschulen eingeschrieben. Zum Vergleich: 2020 waren es noch 244.000.
Die Zahl der Einrichtungen in diesem Bereich nahm in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts stark zu: Gab es 1945 gerade mal 21 private Hochschulen in Deutschland (darunter 18 kirchliche), liegt die Zahl inzwischen bei rund 120. Besonders in den 1990er Jahren entstanden viele Bildungseinrichtungen, welche sich auf Ausbildungsrichtungen spezialisierten und zudem vermehrt profitorientiert arbeiteten. Die meisten Studierenden sind an privaten Hochschulen im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eingeschrieben, gefolgt von Ingenieurswissenschaften und dem Gesundheitsbereich. Interessant dabei: Die Abbruchquote an privaten Hochschulen lag 2019 bei 9,2 Prozent, an staatlichen Hochschulen der Länder hingegen bei 13,9 Prozent.
Die repräsentative Studie „University Experience Study 2026“ zeigt: Private Hochschulen stehen den staatlichen Hochschulen in den meisten Bereichen in nichts nach, bei Faktoren wie z.B. Qualität der Professoren oder Organisationsstrukturen zeigten sich die Studierenden mit privaten Einrichtungen sogar etwas “zufriedener”. Besonders geschätzt wird zudem, dass an privaten Hochschulen Lehre und Praxis oft eng miteinander verzahnt sind. Befragt wurden über 4.000 Studierende und Absolventen (staatl. und privater Hochschulen) im Auftrag der IU Internationalen Hochschule.
Natürlich sind Hochschulen nicht die einzigen Einrichtungen, welche karrierefördernd Wissen vermitteln. So lassen sich beispielsweise auch an diversen (Fach-)Akademien berufliche Qualifikationen erwerben. Prinzipiell gilt: Trotz des vielzitierten Fachkräftemangels wird in Deutschland auf spezifische Berufsabschlüsse in vielen Bereichen weiter hoher Wert gelegt – Fachkräfte aus dem Ausland haben es teilweise schwer, hierzulande in ihrem eigentlichen Beruf zu arbeiten, wenn die im Heimatland erworbene (sehr ähnliche) Qualifikation nicht genau den deutschen Vorgaben entspricht. Vor dem Beginn von Studium, Ausbildung & Co. sollte man sich deshalb genau informieren, ob der angestrebte Abschluss auch wirklich in Branchen, Firmen und ggf. in Ländern von Nutzen ist, in welche der Berufsweg längerfristig führen soll.



