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Donnerstag, 18 Juli 2024
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Wildbach ausgebaggert: Polizei erwartet lange Ermittlungen

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Oberstdorf (dpa/lby) – Nach vermutlich nicht erlaubten Bauarbeiten an einem geschützten Wildbach in den Allgäuer Alpen erwartet die Polizei langwierige Ermittlungen. «Wir rechnen mit mehreren Wochen oder sogar Monaten Verfahrensdauer, bis wir einen neuen Ermittlungsstand präsentieren können», sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Kempten der Deutschen Presse-Agentur. Vor gut einer Woche hatten die Ermittler bei einem Beschuldigten und einem Unternehmen Räume durchsucht und mögliche Beweismittel sichergestellt.

Um den Verlauf der Arbeiten am Rappenalpbach in der Nähe von Oberstdorf genauer rekonstruieren zu können, hofft die Polizei auf Hilfe von Ausflüglern in der Region. Zwar hätten die Ermittler schon mehr als zwei Dutzend Einsendungen mit Aufnahmen der Arbeiten am Bach bekommen. Vor allem rund um den mutmaßlichen Beginn des Baggereinsatzes im September sei die Datenlage aber noch dünn, sagte der Polizeisprecher. «Was uns tatsächlich interessieren würde, sind die letzten Tage vor den Arbeiten oder die ersten Tage der Arbeiten. Da muss auch kein Bagger auf den Bildern sein.»

Bisher geht die Polizei davon aus, dass die Alpgenossenschaft keine behördliche Genehmigung für die Arbeiten an dem Gewässer hatte. Zu welchem Zwecke der Bereich am Bach ausgebaggert wurde, blieb zunächst unklar. Zunächst werde ein Verantwortlicher der Genossenschaft als Beschuldigter gesehen, er sei im Zuge der Durchsuchungen auch schon vernommen worden. Über den Inhalt seiner Aussagen wollte der Polizeisprecher keine Angaben machen. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete. Die Beschäftigten des Betriebs sind bislang nur Zeugen in dem Fall.

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hatte bekannt gemacht, dass der streng geschützte Rappenalpbach bei Oberstdorf durch Baggerarbeiten auf einer Länge von eineinhalb Kilometern weitgehend zerstört worden sei. Mittlerweile beschäftigt der Fall auch den Landtag in München. Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) besuchte im November das Gebiet und sprach davon, dass der einstmals verzweigte Bach nach den Arbeiten einer Kraterlandschaft ähnele. Naturschützer fordern die Bestrafung der Verantwortlichen und die Wiederherstellung des ursprünglichen, natürlichen Bachlaufs.

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