„Architektur + Baukultur 2026“
Melanie Schlegel
Architekt Günter Katherl von Caramel ArchitektInnen zu GmbH begeistert mit starker Architektur
Mit einem Werkbericht, der einem Jubiläumsauftakt mehr als würdig war, eröffnete Günter Katherl die BDA-Frühjahrsvorträge „Architektur + Baukultur 2026“. Rund 350 Gäste füllten den Saal bis auf den letzten Platz – ein beeindruckendes Zeichen für das anhaltend große Interesse an Architektur und Baukultur in der Region.
Der Architekt und Partner des Wiener Büros Caramel Architektinnen begeisterte das Publikum mit einem ebenso pointierten wie kurzweiligen Werkbericht. Mit starken Projekten und klarem architektonischem Standpunkt führte Katherl mit charmantem Wiener Schmäh durch mehr als zwei Jahrzehnte Bürogeschichte. Der Abend zeigte die thematische Bandbreite von Caramel: von Wohnbau über Bildungs- und Forschungsbauten bis hin zu Einfamilienhäusern, temporären Interventionen und experimentellen Projekten, die es zum Teil bis zur Architekturbiennale in Venedig geschafft haben.
Architektur zwischen Experiment und Präzision
Bekannt wurde Caramel Architektinnen unter anderem mit dem markanten rot-weiß-karrierten Infopoint für die Kulturhauptstadt Linz oder dem Science Park Linz, einem der bedeutendsten Forschungs- und Universitätsstandorte Österreichs. Internationale Aufmerksamkeit erlangte auch das vielfach publizierte Projekt „Home Made“: Eine Notunterkunft, die sich schnell aufbauen lässt und mit wenig Material sowie minimalen Kosten in kurzer Zeit umgesetzt werden kann. Diese Notunterkunft bewährte sich insbesondere während der Fluchtbewegung 2015/2016. Das Projekt – 2016 auf der Architekturbiennale in Venedig ausgestellt – zeigt, wie nah Architektur am Menschen ist. Auch in der Metropolregion Nürnberg ist Caramel vertreten: Derzeit wird nach den Plänen von Caramel Architektinnen das Martin-Behaim-Gymnasium Nürnberg errichtet.
Beliebter Ausklang und Ausblick
Im anschließenden Gespräch mit Moderator und Architekt BDA Andreas Schmid (Berschneider + Berschneider GmbH Architekten BDA + Innenarchitekten) ging es um (Um-)Baukultur sowie um Unterschiede und Synergien zwischen österreichischen und deutschen Planungsprozessen – insbesondere im Hinblick auf Vorschriftenflut und das einfache Bauen als Gegenpol. Zahlreiche Architekturfreunde aus der Region und weit darüber hinaus nutzten anschließend die Gelegenheit, sich bei der obligatorischen Brotzeit im Foyer auszutauschen.
Nach diesem gelungenen Auftakt dürfen sich Architekturfreunde bereits auf weitere hochkarätige Gäste freuen: Am 22. April kommt Christian Matt von Dorner Matt Architekten aus Bregenz nach Neumarkt. Am 20. Mai folgt Karolin Schmidbaur vom international renommierten Wiener Büro Coop Himmelb(l)au.

Foto: Melanie Schlegel



