Neumarkter feiert Erfolg bei den Paralympics
Manchmal entscheiden nur Augenblicke über Ruhm und Edelmetall. Christoph „Grisu“ Glötzner aus Neumarkt erlebte genau das. Mit einer starken Slalomfahrt zum Paralympics-Abschluss landete er auf Rang sieben und verpasste damit nur knapp den Platz auf dem Siegertreppchen. Der Ruhm wurde ihm zwar zuteil, doch eine Medaille blieb ihm damit verwehrt. Dennoch zählt seine Leistung zweifellos zu den beeindruckendsten Momenten des Wettbewerbs.
Live dabei
Mit großer Spannung verfolgten die Familie, viele Fans und natürlich seine Clubfreunde aus der Fitnessabteilung des ASV 1860 Neumarkt den rasanten Lauf auf der anspruchsvollen Strecke im italienischen Cortina d’Ampezzo. Hans Lutter, Leiter der Sparte „Ski Fit und Vital“ beim ASV 1860 Neumarkt, verfolgt die Entwicklung des Studenten seit Kindheitstagen und weiß, wie viel Disziplin hinter seiner Leistung steckt. Aus dem mutigen Schüler von einst ist ein Athlet geworden, der seine Behinderung nicht verdrängt, sondern technisch in seine Fahrweise integriert.
Knapp am Podium vorbei
Viele seiner Konkurrenten fuhren trotz anderer Einschränkungen auf zwei Beinen – ein klarer Vorteil, vor allem bei schwierigen Bedingungen. Und genau die herrschten beim Slalom: dichter Nebel und viel Neuschnee machten das Rennen zu einer echten Herausforderung. Dennoch bewies der 22-jährige Athlet mit Handicap aus Holzheim großen Kampfgeist. Nach Rang neun im ersten Durchgang steigerte er sich auf Platz sieben. Trotz seines ehrgeizigen Ziels, eine Medaille zu gewinnen, bleibt sein Fazit realistisch: „Mein erstes Finish bei den Paralympics ist ein Teilerfolg, auch wenn das große Ganze noch nicht erreicht worden ist.”
Der Blick richtet sich bereits nach vorn. Die Erfahrungen aus der Super-Kombination und dem Riesenslalom geben dem Medizinstudenten, der aktuell in Innsbruck lebt, Selbstvertrauen für die kommende Saison. Das nächste große Ziel ist bereits gesetzt: die Para-Ski-Alpin Weltmeisterschaft 2027 im französischen Lac de Tignes.
Glötzners Auftritt steht exemplarisch für die Kraft der Paralympics. Er zeigt, dass körperliche Einschränkungen kein Hindernis für sportliche Spitzenleistungen sind. Seine Geschichte inspiriert, motiviert und setzt ein starkes Zeichen für Inklusion, Respekt und den Glauben an die eigenen Möglichkeiten.
Willkommen Dahoam!
Als Christoph Glötzner nach den Paralympischen Spielen in seine Heimatstadt Neumarkt zurückkehrte, wartete bereits ein Empfang auf ihn, wie man ihn sonst nur von ganz großen Sportereignissen kennt. Am Brunnen in der Holzheimer Hauptstraße hatten sich zahlreiche Wegbegleiter versammelt, die dem 22-jährigen Para-Ski-Rennfahrer für seine starken Auftritte auf der internationalen Bühne gratulierten.
Kurz bevor es für ihn dann wieder Richtung Österreich ging, wartete noch eine weitere Überraschung auf ihn: Freunde, Fans und Vereinsmitglieder hatten sich vor seinem Elternhaus versammelt, um den Ausnahme-Athleten persönlich willkommen zu heißen. Viele von ihnen hatten Christophs Rennen vor dem Fernseher oder online verfolgt, andere waren sogar ins italienische Cortina gereist, um live dabei zu sein. Dass nun alle wieder in der Oberpfalz zusammenstanden, verlieh dem Moment eine besondere Atmosphäre. Mit einem Lächeln und herzlichen Umarmungen stießen sie gemeinsam auf den beeindruckenden sportlichen Erfolg an.
Christoph Glötzner feierte Erfolge bei den Paralympics.















