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Vom Dachboden auf den Verkaufstisch

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Wenn Staubfänger neue Besitzer finden

Fünf Uhr morgens, der Wecker klingelt. Der Altstadtflohmarkt ruft. Punkt sechs Uhr öffnet sich die Zufahrt für die Verkäufer. Gemeinsam mit einer Freundin steuere ich unseren Standplatz in Rathausnähe an. Für 36 Euro haben wir uns 3 x 4 Meter Verkaufsfläche gesichert. Jetzt heißt es: Tapeziertisch aufklappen, Kartons ausladen, Waren sortieren. Wochenlang hatten wir zuvor Dachböden und Kleiderschränke nach „Staubfängern“ durchforstet. Textilien, Modeschmuck, Dekoartikel und allerlei Dinge, die seit Jahren in irgendeiner Ecke ihr ödes Dasein fristen, sollen nun eine zweite Chance bekommen.

Direkt neben uns richten die Damen des Katholischen Frauenbunds ihren Stand ein – professionell, mit doppelt so viel Platz, deutlich mehr Helfern und einem gut gefüllten Sortiment. Ein paar Meter weiter entdecken wir neben bekannten Gesichtern auch zahlreiche Flohmarkt-Profis. Bei ihnen sitzt jeder Handgriff. Ihre Schätze sind akkurat arrangiert und die Präsentation nahezu perfekt. Da können wir als Neulinge noch einiges lernen.

Es geht los

Kurz vor acht Uhr füllen sich die Straßen. Die ersten Besucher ziehen los – manche mit klarer Einkaufsliste, viele einfach nur zum Stöbern. Das Angebot der insgesamt 200 Standbetreiber ist riesig: Antiquitäten, Bücher, Kleidung, Spielzeug, Geschirr und Sachen, bei denen man sich insgeheim fragt, warum sie jemals produziert wurden. Mit jeder Stunde werden unsere Kartons leerer. Zwischendurch schaut Citymanager Christian Eisner vorbei und erkundigt sich, ob alles reibungslos läuft. Und immer wieder bleiben Bekannte zum Plaudern stehen.

Was ich an diesem Tag gelernt habe? Manche möchten am liebsten alles geschenkt haben, andere erkennen den Wert der Sachen und bezahlen ohne großes Feilschen. Gehandelt wird fast immer. „Wie bitte? Fünf Euro? Mit dem kleinen Fleck an der Seite zahle ich aber nur drei Euro.“

Am Ende des Tages klingelt die Kasse trotzdem. Vieles fand einen neuen Besitzer und manches eben nicht. Was übrig blieb, landete kurzerhand bei unserem Standnachbarn, dem Katholischen Frauenbund, und wird beim nächsten Flohmarkt wohl wesentlich professioneller präsentiert.

Der Neumarkter Altstadtflohmarkt war auch heuer wieder Publikumsmagnet.

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