Die JOBMEILE 2026 zeigt auch Besonderheiten Neumarkts
Wer sich die Ausstellerliste der diesjährigen JOBMEILE in Neumarkt ansieht, bekommt einen ganz guten Eindruck, wie die Wirtschaft in Stadt und Landkreis aufgestellt ist – oder besser gesagt – wo Schwerpunkte der Region liegen: Bauen – in all seinen Facetten – gehört ohne Frage dazu, die Automobil- und Energiebranche sind ebenfalls mit mehreren Unternehmen vertreten. Auch der Sozialbereich präsentiert sich in seinen unterschiedlichsten Formen entlang der Marktstraße. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich für Interessenten anderer “Jobwelten” nichts bietet: Die Kreativwirtschaft ist ebenso vor Ort wie die IT- und Medizin-Branche, der Freizeit- und Reisesektor ist genauso vertreten wie der Finanzbereich und die Gastronomie. Im Grunde sind im weitesten Sinne alle Branchen “anwesend” – meist in Form einzelner Betriebe, teilweise auch in Form von Verbänden und Innungen.
Seit der Premiere im Jahr 2013 hat sich die JOBMEILE als fester Bestandteil der regionalen Wirtschaftsförderung etabliert. Im zweijährigen Turnus stattfindend, dient sie der Unterstützung von Unternehmen bei der Fachkräfte-Gewinnung sowie der Information über berufliche Perspektiven. Die 8. Auflage ist für den 20. Juni 2026 geplant. Von 9:30 Uhr bis 15:30 Uhr präsentieren sich rund 90 regionale Unternehmen aus Industrie, Handwerk und Dienstleistung sowie Behörden, Kammern und soziale Einrichtungen. Was sie gemeinsam haben: Sie bieten Karrierechancen – sei es in Form einer Festanstellung, einer Ausbildung, eines dualen Studiengangs oder eines Praktikums. Die Veranstaltung erstreckt sich über die Obere und Untere Marktstraße auf einer Länge von etwa einem Kilometer. Besucherinnen und Besucher haben die Gelegenheit, unmittelbar mit Vertreterinnen und Vertretern der teilnehmenden Unternehmen und Institutionen ins Gespräch zu kommen.
Der Vis-à-Vis-Effekt
Wenn sich Arbeitgeber und potenzielle Arbeitnehmer auf traditionellen Wegen suchen, werden üblicherweise E-Mails geschrieben, Bewerbungen verschickt, Lebensläufe gesichtet, Vorstellungsgespräche vereinbart… Auf der JOBMEILE hingegen kann das erste Treffen zwischen Betrieben und etwaigen Fachkräften bzw. Auszubildenden in spe spontan von Angesicht zu Angesicht erfolgen – und gerade deswegen effizienter als der herkömmliche Weg sein: “Ob man auf einer Wellenlänge liegt, merkt man sofort”, betonen die Veranstalter. Trotz aller Ungezwungenheit nehmen die Firmen die Teilnahme am Event aber nicht auf die leichte Schulter. “Die Unternehmen sorgen dafür, dass sie an den Ständen maximal gut aufgestellt sind”, erklärt Organisator Christian Rastätter vom Amt für Wirtschaftsförderung. Dazu gehört auch, dass Mitarbeiter eingesetzt werden, welche den jeweiligen Betrieb umfassend repräsentieren – zu Entscheidern der Personalabteilung gesellen sich nicht selten Geschäftsführer oder Inhaber, ebenso wie Fachkräfte, die etwaige Detailfragen kompetent beantworten können. Auch Auszubildende sind oft vor Ort, welche die Firma aus Sicht junger Berufsanfänger schildern. Der große Vorteil der JOBMEILE: Es ist eine Veranstaltung mit überschaubarem Zeitrahmen und kurzen Anfahrtswegen für die meisten Beteiligten. Das unterscheidet sie von mehrtägigen Fach- oder Verbrauchermessen, bei welchen es für Unternehmen immer schwieriger wird, Mitarbeiter quer durchs Land zu schicken, um Firma und Produkte kompetent vor Ort zu repräsentieren.
Gute Vorbereitung gibt es jedoch auch auf der Publikumsseite – so wurden bei den vergangenen Auflagen der Karrieremesse auch schon Besucher gesehen, welche mit kompletter Bewerbungsmappe an die Stände traten, was zu einer Einladung zu einem tiefergehenden Vorstellungsgespräch führen kann… Auch heuer bietet die Webseite der Veranstaltung die Möglichkeit, sich im Vorfeld über die Aussteller zu informieren und ggf. passende Unterlagen vorzubereiten – nicht jedem liegt schließlich “Spontanität” gleichermaßen.
Erfolg bringt “Nachahmer”
Der innovative Ansatz der JOBMEILE Neumarkt wurde bereits mehrfach gewürdigt: Im Jahr 2016 erfolgte eine Nominierung für den Bayerischen Stadtmarketingpreis, zudem wurde die (pandemiebedingte) digitale Durchführung im Jahr 2020 als beispielhafte Lösung auf Bundesebene hervorgehoben. Dass das Konzept Erfolgspotenzial hat, sieht man auch an der Tatsache, dass im letzten Jahrzehnt in verschiedenen Regionen “Nachahmer”-Events durchgeführt wurden, welche sich eng an der Neumarkter Idee der Open-Air-Karrieremesse orientierten.
Nun könnte man denken, dass sich die aktuelle Weltlage und die vielzitierte “angespannte Wirtschaftslage” bei der Neumarkter JOBMEILE niederschlägt – sprich: Die Plakate an den Ständen, auf denen freie Stellen ausgeschrieben sind, müssten heuer kleiner ausfallen. Doch das genaue Gegenteil wird wohl der Fall sein: Über die Jahre hinweg konnte Christian Rastätter immer wieder beobachten, dass die Zahl der Jobangebote der regionalen Firmen auch in den jüngsten Krisen nicht merklich abnahm – nicht selten stieg sie sogar antizyklisch an. Stadt und Landkreis Neumarkt bleiben zwar nicht komplett von Auftragsrückgängen, Insolvenzen und Co. verschont, generelle bundesweite Abwärtstrends scheinen bei hiesigen Betrieben aber weniger spürbar zu sein. Bei anderen Jobmessen, gerade in Großstädten, wirkt sich die aktuelle Wirtschaftslage deutlicher aus.
Ab in die Oberpfalz
Auf der Landkarte liegt Neumarkt relativ mittig zwischen Regensburg und Nürnberg. Bei den vergangenen Ausgaben der JOBMEILE hat sich hingegen ein gewisser Fokus Richtung Franken herauskristallisiert: Aus der Stadt Nürnberg und dem Nürnberger Umland konnten die Veranstalter eine besonders gute Besucherresonanz verzeichnen – das birgt das Potenzial, “frische” Fachkräfte zu Unternehmen in die Region Neumarkt zu bringen. Und da momentan zwischen Noris und Jurastadt keine Züge, sondern nur Schienenersatzbusse verkehren, hat man bei der JOBMEILE die Anreise mit dem PKW verstärkt im Blick: Während der Veranstaltung können die Parkhäuser in der Innenstadt kostenlos genutzt werden.
Archivfoto: Stadt Neumarkt






















