Neuer Naturfriedhof mit besonderer Atmosphäre
Nach achtmonatiger Bauzeit wurde am Samstag letzter Woche in Postbauer-Heng der „Garten der Erinnerung“ feierlich seiner Bestimmung übergeben. Die neue Anlage an der Ezelsdorfer Straße versteht sich als Naturfriedhof – als ein Ort des Miteinanders und des bewussten Abschieds.
Bürgermeister Horst Kratzer sprach von einem echten Herzensprojekt. Offizieller Träger ist die Marktgemeinde Postbauer-Heng, das Bestattungsinstitut Pirzer fungiert als sogenannter Erfüllungsgehilfe. Geschäftsführer Julian Pirzer hatte sich besonders für das Projekt engagiert, für welches einige juristische Hürden gemeistert werden mussten.
Bereits im Dezember 2025 fand auf dem an den bestehenden Friedhof angrenzenden Areal die erste Bestattung statt. Insgesamt bietet das Gelände Raum für rund 5.000 Urnengräber, auf klassische Erdbestattungen wird bewusst verzichtet.
Weg vom klassischen Friedhof
Auf knapp 6.500 Quadratmetern ist ein naturnaher Ort entstanden, an dem sich Staudenbeete, Wiesenflächen, Ruhebänke und ein Baumhügel harmonisch verbinden. Natursteinmauern mit offenen Fugen bieten Unterschlupf für Insekten, ein Picknicktisch lädt zum Verweilen ein und in dem kleinen Teich lassen sich vier Graskarpfen entdecken.
Zentrum der Anlage mit ihren 6.700 Stauden, 80 Sträuchern und 12 Hochstämmen ist der hölzerne Pavillon mit organischer Form und Glaskuppel. Dort zieht eine außergewöhnliche Skulptur die Blicke auf sich: eine mächtige Mooreichenwurzel. „Sie stammt aus dem Fluss Save, wiegt etwa 800 Kilogramm und ist rund 3.000 Jahre alt“, erklärt Hubert Nunner. Der Schreiner aus Pavelsbach ließ den Baumstumpf aus Kroatien anliefern und hat ihn sorgfältig aufbereitet. Die Wurzel dient als würdevoller Aufbewahrungsort für die Urne bei der Verabschiedungszeremonie.
Beim Rundgang erkundeten die Gäste den vielschichtig gestalteten Landschaftspark, nachdem Pfarrer Markus Fiedler und Pfarrerin Beate Krauß den kirchlichen Segen spendeten.
Fotos: Susanne Weigl













