Wenn „Nordlichter“ ihr Herz für den Süden entdecken
Medizinischer Fortschritt und Künstliche Intelligenz verändern derzeit die Möglichkeiten in der Gesundheitsversorgung. Doch bei allen technischen Innovationen bleibt eine zentrale Frage: Wie gelingt ein gutes und würdevolles Leben im Alter? Angesichts des demografischen Wandels gewinnt diese Herausforderung auch in Neumarkt zunehmend an Bedeutung.
Mit einer neuen Vorlesungs- und Veranstaltungsreihe stellt die Neumarkter Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe nun das Thema „Alter(n)“ bewusst in den Mittelpunkt. Die Reihe soll informieren, zu Diskussionen anregen und einen lebendigen Dialog darüber anstoßen, wie gesellschaftliche Teilhabe und ein würdevolles Älterwerden in Zukunft gelingen können.
Anschubfinanzierung
Ermöglicht wird das Format dank einer Förderung in Höhe von 30.000 Euro durch die Barbara und Walter Scheel-Stiftung, welche das Engagement des ehemaligen Bundespräsidenten und seiner dritten Ehefrau Barbara für eine bessere Altenpflege fortführt.
Interessierten Besuchern bot sich am Samstagvormittag bei der Auftaktveranstaltung im Haus St. Marien ein buntes Programm mit spannenden Vorträgen, Infoständen und der Möglichkeit zum direkten Austausch mit Experten. Inhaltlich spannte die Reihe einen Bogen von der Altersmedizin und Geriatrie bis hin zur Demenz. Aufgegriffen wurden auch neue technologische Entwicklungen – etwa Assistenzsysteme und Pflege-Roboter zur Entlastung der Fachkräfte. Zugleich blieb klar: Technik kann unterstützen, aber menschliche Zuwendung nicht ersetzen. Das brachte gTGE-Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Hitzschke auf den Punkt: „Die Menschlichkeit darf nicht zu kurz kommen“. Medizinische Expertise müsse immer mit Nähe, Zeit für Gespräche und sozialer Unterstützung verbunden sein.
Engagement aus dem Norden
Eine Schlüsselrolle spielt Prof. em. Helmut Hahn aus Berlin, dessen langjährige Freundschaft mit dem Neumarkter Unternehmer Johann Pröpster jun. den Anstoß für die Kooperation gab. Hahn, Mitglied im Beirat der Akademie und ehemaliger Institutsdirektor an der Charité, engagiert sich trotz seiner 89 Jahre unermüdlich für die Belange älterer Menschen. Gemeinsam mit Christoph Höppel aus Hamburg, Vorstandsmitglied der Stiftung, war er vor Ort und verfolgt eine bewusst langfristig angelegte Zusammenarbeit – Neumarkt soll sich zu einem Knotenpunkt für zukunftsfähige Alterskonzepte entwickeln.
Die nächste Publikumsveranstaltung ist für den 26. September 2026 unter dem Titel „Alter und Ernährung“ geplant. Zudem finden in regelmäßigen Abständen Angebote mit regionalen Kooperationspartnern statt, etwa mit dem Klinikum, Altenheimen und Kindergärten.

Foto: Susanne Weigl

