Schneller serieller?

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Ein neuer Ansatz für zügiges Sanieren

Beim Bau von Fertighäusern liegt ein Fokus auf dem Grundprinzip der Vorfertigung: Größere Komponenten werden bereits in den Werken der Hersteller so produziert, dass die Elemente auf der Baustelle vor Ort zügig zusammengesetzt werden können. Dieses Konzept wird nun auch häufiger im Bereich bestehender Gebäude angewendet: Unter dem Begriff “Serielles Sanieren” versteht man Sanierungsarbeiten, bei denen Elemente für Wände und Dächer (teilweise auch Haustechnikkomponenten) schon beim Hersteller in hohem Grad vorgefertigt und vor Ort mit wenigen Handgriffen installiert werden. Laut “Haus & Grund” machte dieses Prinzip bis 2022 gerade mal 2 Prozent aller hocheffizienten Sanierungsmaßnahmen aus, das Konzept wurde vor allem im Rahmen von Pilotprojekten auf Praxistauglichkeit getestet. Inzwischen erfreut sich serielles Sanieren jedoch steigender Beliebtheit und wird im Rahmen der Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) auch bezuschusst. Rund jede vierte Sanierung, für welche jüngst eine Förderung zum Effizienzhaus 40 und 55 bewilligt wurde, soll seriell realisiert werden. Bayern und Nordrhein-Westfalen tun sich hier unter den deutschen Bundesländern als Spitzenreiter hervor.

Zur seriellen Sanierung gehört in vielen Fällen, dass das in Frage kommende Gebäude exakt digital vermessen werden muss, u.a. um den effizienten Einsatz vorgefertigter Elemente planen zu können. Zwar ist das Konzept nicht überall umsetzbar, Experten sehen jedoch gerade in Deutschland bei vielen Siedlungen aus den 1960er und 1970er Jahren hohes Potential, da dort zahlreiche typenähnliche Gebäude mit einfacher Kubatur existieren. Nach ersten Analysen seien rund 30 Prozent aller Mehrfamilienhäuser für serielles Sanieren geeignet. Die Deutsche Energieagentur (dena) treibt im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz die Marktentwicklung diesbezüglicher Strukturen voran. Laut ihren Angaben können zwischen 50 und 70 Prozent der “Baustellenzeit” im Vergleich zu herkömmlichen Maßnahmen eingespart werden. Die für die Arbeiten vor Ort nötigen Fachkräfte könnten also in kürzeren Abständen Projekte abschließen und dann weitere Aufträge angehen. Wenn die Produktionsstrukturen für serielles Sanieren auf ein gewisses Maß wachsen würden, seien auch Kostenersparnisse für Hausbesitzer absehbar, prognostizieren die Befürworter der Idee.