Mit Profis grüne Paradiese planen
Das “Duell der Gartenprofis” zaubert mir regelmäßig ein Schmunzeln ins Gesicht. In dieser TV-Sendung werden zwei konkurrierende Gartenbaubetriebe eingeladen, den Garten einer Familie umzugestalten – meistens im Rahmen einer umfassenden Neuanlage. Wer die Areale zu Beginn der Aktion betrachtet, kann als Hobbygärtner mit etwas Erfahrung durchaus erkennen, dass manche der Besitzer dort vor allem Spielen und Entspannen wollen – gärtnerisches Arbeiten steht nicht unbedingt an erster Stelle. Einige der teilnehmenden Familien betonen dies auch explizit. Was mich dabei amüsiert: Dennoch finden sich in den Entwürfen der Gartenplaner immer wieder Elemente, welche nur bedingt pflegeleicht sind. Über die Jahre hinweg dürften die Familien einiges an Arbeit haben, wenn sie die Gärten in dem Zustand halten möchten, den die Kameras kurz nach Abschluss der Umgestaltung filmen.
Das soll jedoch nicht heißen, dass man nicht Profis mit der Planung eines Gartens betrauen sollte. In vielen Bereichen kann Expertise Fehler vermeiden, die sich z.B. bei einer umfassenden Neuanlage erst im Lauf der Zeit offenbaren können. Das betrifft u.a. die Wahl der Sorten: Welche Pflanzen sind “gute Nachbarn”, welche duellieren sich ständig um Nährstoffe? Wie lässt sich ein Garten gestalten, welcher über das gesamte Jahr interessante Hinkucker bietet? Wie platziere ich am besten die Komponenten meines Bewässerungssystems, damit alles Grün effizient Wasser abbekommt? Natürlich: Ambitionierte Hobbygärtner können sich auch eigenständig in solche Themen einarbeiten – das erfordert bei manchen Fragestellungen allerdings sehr viel Recherche.
Natürlich sind Begriffe wie “Pflegeleichtigkeit” oder “Arbeitsaufwand” unter Gartenbesitzern Auslegungssache. Mancher findet das wöchentliche Mähen von 100 Quadratmetern schon grenzwertig, andere robben sich mit Freude über jede noch so große Fläche, um “Unkraut” einzeln auszuzupfen. Umso wichtiger ist es, bei der Gartenplanung den Profis klar die eigenen Vorstellungen zu beschreiben. Das betrifft Wünsche wie “Ich möchte einen natürlichen Sichtschutz zur Straße hin” oder “Ich hätte gerne maximale Rosenvielfalt” sowie Nutzungsfragen à la “Welche 10 Prozent der Fläche wären am besten für Salatanbau geeignet?”. Auch Insekten- oder Vogelfreundlichkeit kann mit eingeplant werden. Und gerade Gartenbesitzer, welche mehr Genießen als Werkeln möchten, sollten auch explizit nachhaken: Wieviel Arbeit bringt ein geplantes Element mit sich? Muss ich diese Holzart jedes Jahr lasieren? Füllt dieser Baum im Herbst drei oder 30 Säcke mit Laub? Aber es muss auch klar sein: Es geht hier um Natur. Und jeder Planungsprofi und Hobbygärtner kann eines bestätigen: Wer zuhause nur hübsches Grün sehen, aber nicht pflegen möchte, sollte lieber eine Fototapete mit Gartenmotiv wählen…


