DLRG zieht Zwischenbilanz
In den ersten sieben Monaten des Jahres kamen mindestens 236 Personen im Wasser zu Tode, wie aus einer Statistik der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hervorgeht. Das sind 16 Personen weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. „Sah es im Juni noch danach aus, dass die Zahl der tödlichen Badeunfälle im Vergleich zu den Vorjahren deutlich ansteigen könnte, traf diese Befürchtung nach dem regenreichen Juli nicht ein“, berichtete DLRG-Präsidentin Ute Vogt bei der Vorstellung der Statistik. Im Juni kam es insbesondere in der zweiten Hälfte jedoch zu einer Häufung tödlicher Badeunfälle – über den gesamten Monat hinweg ertranken mindestens 70 Menschen, 18 mehr als vor einem Jahr. „Wir wissen, dass es an sonnigen und heißen Sommertagen zu mehr Unfällen kommt. Deshalb mein Appell an alle, die in den kommenden Wochen die Gewässer aufsuchen: Bleiben Sie vorsichtig, beachten Sie die Baderegeln und gehen Sie keine Risiken ein“, betont Vogt.
Insgesamt machten die Todesfälle in Seen und Flüssen fast drei Viertel der Gesamtzahl aus. „Vielfach ereignen sich diese Unfälle abseits unbewachter Badebereiche“, so Vogt. In den Meeren erfasste die DLRG bis Ende Juli zehn Ertrunkene, alle verloren in der Ostsee ihr Leben. Dennoch zeigt sich sowohl an den Küsten als auch in Schwimmbädern: Baden und Schwimmen ist dort besonders sicher, wo Rettungsschwimmer das Geschehen beaufsichtigen. Allein rund 5.500 Ehrenamtliche der DLRG sorgen während der Sommersaison an rund 100 Badestellen an Nord- und Ostsee für Sicherheit.
49 der ertrunkenen Personen waren zwischen elf und 30 Jahre alt. „Bei diesen Fällen handelt es sich oft um Badeunfälle infolge von Leichtsinn und Übermut. Viele Opfer konnten kaum oder gar nicht schwimmen“, erklärt Ute Vogt. Mit einer Ausnahme waren alle Verunglückten männlich (97%). Bei älteren Schwimmern sind immer wieder gesundheitliche Vorerkrankungen Ursachen für Badeunfälle, aber auch Selbstüberschätzung und unzureichende Vorsicht.
Die Zahl der Bootsunglücke sank – bis Ende Juli erfasste die DLRG 13 tödlich Verunglückte bei Freizeitaktivitäten wie Paddeln, Bootfahren und Surfen (2024: 20). „Die meisten von ihnen wären vermutlich noch am Leben, wenn sie eine Rettungsweste oder wenigstens eine Schwimmweste getragen hätten“, sagte die Präsidentin der DLRG. Aktuell sensibilisiert die Gesellschaft insbesondere online mit ihrer Kampagne „Du bist die Aufsicht“ – Eltern sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Verantwortung für den Nachwuchs in Schwimmbädern & Co. bei ihnen liegt.















