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Die Jahreszeit der Vergänglichkeit 

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Trauern und Grabgestaltung im Herbst

Momentan zeigt die Natur bereits in Anfängen, warum die Jahreszeit Herbst wie keine andere “Vergänglichkeit” symbolisiert: Die ersten Blätter wechseln ihre Farbe, manche haben sich bereits von ihren tragenden Ästen und Zweigen verabschiedet. Was gestern noch in voller Blüte stand, wird lichter.

Viele Grabstätten erhalten zum Herbst eine neue Bepflanzung, welche auf die Witterung der kühlen Jahreszeit zugeschnitten sein sollte. Das muss der Kreativität jedoch keinen Abbruch tun: Auch mit winterharten Pflanzen lassen sich geschmackvolle Arrangements kreieren und – sofern gewünscht – farbige Akzente in einer eher trüben Jahresphase setzen. Immergrüne Bodendecker eignen sich für flächige Bepflanzung und können z.B. mit Stauden oder Herbst- bzw. Winterblühern kombiniert werden. Mit Nadelbaumzweigen lassen sich empfindlichere Arten vor Kälte schützen. Mit der Besenheide oder der Knospenheide, beide frosthart und recht pflegeleicht, lassen sich bis in den November Farbtupfer z.B. in Violett, Rosa oder Weiß setzen. Stiefmütterchen bieten noch mehr Farbvielfalt und eignen sich aufgrund der geringen Wuchshöhe auch für kleinere Gräber, müssen jedoch regelmäßig gegossen werden. Einige Pflanzen werden mit gewissen Emotionen oder Eigenschaften verbunden: Die Christrose, welche üblicherweise zwischen Dezember und März blüht, gilt zum Beispiel als Symbol für ewigwährende Liebe. Die Erika wird mit Aspekten wie Heim und Familie, Glück und Leiden verbunden, Chrysanthemen stehen hingegen für die Hoffnung auf ewiges Leben.

Jeder trauert anders

Graue Herbsttage können Trauergefühle hervorrufen oder verstärken – und zwar unabhängig davon, wie lange der Tod eines geliebten Menschen schon zurückliegt. Ein “Patentrezept” gibt es dagegen leider nicht. Manche setzen auf Gesellschaft und Zerstreuung durch Kultur, Party & Co., andere auf Bewegung an der frischen Luft – letztere sorgt für Glückshormone wie Serotonin oder Dopamin. Zahlreichen Menschen tut es aber auch gut, sich ganz bewusst zurückzuziehen und womöglich mit kleinen Ritualen Fixpunkte innerhalb des Tages zu schaffen. Das kann z.B. ein allabendliches Entspannungsbad, der nachmittägliche Teegenuss oder auch eine Folge einer favorisierten TV-Serie sein. Man muss sich darüber bewusst sein: Dass Trauer in den dunklen Monaten stärker empfunden wird, ist emotional nachvollziehbar und absolut “menschlich” – man sollte dies durchaus zulassen. Wenn man jedoch das Gefühl bekommt, dass die Trauer im Alltag regelrecht lähmt, sollte man ggf. auch professionelle Hilfe suchen. So gibt es beispielsweise in Neumarkt Angebote des Hospizvereins, welche sich in unterschiedlichsten Formen (Einzelgespräche, geschlossene Gruppen, etc.) der Begleitung Trauernder widmen – und das nicht nur im Herbst, sondern ganzjährig.

Foto: spitzi1_123RF.com

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Auch auf Gräbern zeigt sich: Der Herbst naht.

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