Extremsituationen und die unterschiedlichen Perspektiven der Helfenden
Was passiert, wenn plötzlich alles auf einmal kommt – wenn viele Verletzte versorgt, Einsatzkräfte koordiniert, Angehörige betreut und gleichzeitig wichtige Verkehrswege gesichert werden müssen? Dann kommt es darauf an, dass Feuerwehr, Rettungsdienst, THW, Polizei und Kriseninterventionsteam (KIT) nicht nebeneinander, sondern miteinander agieren – und nebenbei auch Gaffer in Schach halten.
Genau diese Problematik stand am Samstag letzter Woche im Mittelpunkt eines Symposiums, zu dem knapp 70 Einsatzkräfte und Führungskräfte verschiedener Organisationen ins Landratsamt Neumarkt gekommen waren. Sie gaben Einblicke in ihre Arbeit und zeigten, wo die Schnittstellen zwischen den Disziplinen liegen und wo diese reibungslos funktionieren und wo (noch) nicht.
Die Perspektiven unterscheiden sich: Die Feuerwehr hat andere Abläufe und Verantwortlichkeiten als der Rettungsdienst. Das KIT richtet den Blick auf die Menschen und ihre psychosoziale Versorgung, die Beamten der Polizei setzen wiederum andere Akzente.
Effektive Zusammenarbeit
Anhand konkreter Einsätze aus der Vergangenheit wurde deutlich, wie entscheidend das Zusammenspiel in Extremsituationen ist. In einer Welt, die immer wieder von Terroranschlägen, Amokläufen oder Naturkatastrophen erschüttert wird, ist die enge Abstimmung aller Beteiligten unerlässlich. „Wir alle erinnern uns noch an die Messerangriffe beim kurdischen Neujahrsfest in Parsberg und im ICE bei Seubersdorf, den Großbrand in einer Pflegeeinrichtung in Postbauer-Heng oder den Taucherunfall in der Mühlbachquellhöhle – wenn viele Kräfte gefordert sind, müssen Informationen, Zuständigkeiten und Entscheidungen schnell ineinandergreifen“, hieß es bei der Begrüßung.
Letztendlich ging es um weit mehr als “nur” um Fachvorträge. Zuhören, nachfragen und miteinander ins Gespräch kommen – darin lag ein wesentlicher Gedanke des Treffens. “Es macht einen großen Unterschied, wenn man sein Gegenüber mit Namen und Gesicht kennt“, weiß KIT-Vorsitzende Ursula Nießen aus Neumarkt. Das Symposium zeigte, dass eine funktionierende „Blaulichtfamilie“ vor allem Menschen braucht, die sich in Extremsituationen aufeinander verlassen können.

Die „Blaulichtfamilie“ traf sich zu ihrem zweiten Symposium in Neumarkt.
Foto: Susanne Weigl
















