Historie von Langenthal und Sindlbach digital präserviert
Albert Ott aus Langenthal ist 85 Jahre alt und hat keine Berührungsängste mit der virtuellen Welt. Er surft im Internet und ist via Whatsapp vernetzt. Gleichzeitig bringt er aber auch die Vergangenheit in den digitalen Raum: Seit 2008 stellte er in Zusammenarbeit mit dem bereits verstorbenen Dr. Joachim Niewisch historische Informationen über die Berger Gemeindeteile Langenthal und Sindlbach ins Netz.
„Wir haben uns die Arbeit in der Historienforschung aufgeteilt“, erzählt Albert Ott über die Kooperation mit Niewisch. „Der Jockl ist 44 geboren und kam nach dem Krieg als Kind nach Langenthal in das Haus meines Großvaters. Er und ich gingen gemeinsam in Sindlbach in die Schule. Er ist nach dem Krieg wieder nach Nürnberg zurück, das war 1953.“ Trotz der unterschiedlichen Lebenswege hielt die gute Beziehung in die alte Heimat an, Niewisch kam bis zu seinem Tod alle 2 bis 3 Wochen aus Nürnberg nach Langenthal. „Zusammen mit Franz Wurm, einem Studienfreund und Cousin von Joachim, hatten wir die Idee, die historischen Eindrücke festzuhalten, weil hier ein Haus nach dem anderen weggerissen wurde“, erzählt Albert. „Also ging ich von Haus zu Haus und lieh alte Fotografien aus, die ich nachts einscannte und über das Internet schickte. Nur so kamen die enormen Datenmengen auch durchs Netz.“ Das piepende Geräusch der damaligen Geräte hat Albert Ott noch in Erinnerung. Er sammelte Fotos und die Namen der darauf abgebildeten Personen, während Joachim Niewisch für den Internetauftritt zuständig war.
Ab 2008 wurden die zusammengetragenen historischen Bilder auf Initiative von Alt-Bürgermeister Helmut Himmler auch im Mitteilungsblatt veröffentlicht. Im Gespräch zwischen Albert Ott und der scheidenden Kulturbeauftragten Christine Riel-Sommer entstand die Idee, das Material auch auf der offiziellen Gemeindewebseite von Berg verfügbar zu machen. Unter https://berg-opf.de/kultur-freizeit/das-langenthal/ findet sich nun eine Fülle an Dokumenten aus vergangenen Zeiten. Dabei zeigen die Schwarz-Weiß-Aufnahmen nicht nur damalige Anwesen, sondern auch ihre Einwohner und private Anlässe wie Hochzeiten & Co. Christine Riel-Sommer dankte bei der Übergabe des Datenmaterials Rita Fink und Lorenz Niewisch, welche sie auf diesen geschichtsträchtigen Fundus hinwiesen, sowie Patrick Bauer, welcher die technische Übertragung übernahm – dies funktioniert inzwischen ganz ohne Piepen…
Foto: Felix Sommer

Albert Ott übergab die Daten-CD samt Bild seines verstorbenen Freundes und Projektkollegen Dr. Joachim Niewisch an Kulturbeauftragte Christine Riel-Sommer.















