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Mittwoch, 1 Februar 2023
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Erfolgreiche Firmen und ihre grafischen Auftritte

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Ein „Bild“ von einem Unternehmen

Denken Sie mal an folgende Situation: Sie fahren nachts auf der Autobahn und sehen einen großen gelben Buchstaben neben der Strecke, der auf eine Raststätte hinweist. Selbst Menschen, die weniger mit Fast Food anfangen können, dürften nun sofort ein gewisses Bild vor Augen haben. Anderes Beispiel: Bevor der Telekommunikationsmarkt hierzulande entmonopolisiert wurde, dachten zahlreiche Deutsche beim Thema Telefon an ein pinkfarbenes „T“. Natürlich gibt es in beiden Bereichen zahlreiche andere erfolgreiche Anbieter – diese Beispiele sollen auch nur zeigen, wie durch jahrzehntelangen konsequenten Einsatz grafischer Elemente quasi ein „Bild” von einem Unternehmen gezeichnet wird. In diesem Fall waren es die jeweiligen Logos, welche sich – über viele Kanäle kommuniziert – in die Gedächtnisse einprägten. Sie sind aber letztendlich nur eine von mehreren Komponenten des visuellen Aushängeschilds einer Firma. Und man sollte sich keine Illusionen machen: Die allermeisten dieser Marken-Grafiken entstanden nicht durch „göttliche Fügung“, sondern wurden von Experten für Grafik, Psychologie und Marketing in längeren Prozessen entwickelt.

Dabei ist es gar nicht auszuschließen, dass ein Unternehmer selbst so kreativ und zeichnerisch begabt ist, dass er ein Logo mit gewissem Wiedererkennungswert entwerfen kann, welches in den Augen von Dritten die Firma gut in Formen und Farben fasst. Es gibt dabei jedoch einige Kardinalsfehler, welche gerne von Laien begangen werden. Sie neigen zum Beispiel dazu, grafische Elemente – vom Schriftzug bis zum kompletten Werbeflyer – zu überfrachten. Hier spielt im Grund der verständliche Wunsch des Unternehmers eine Rolle, möglichst viele Produkte oder Facetten abzubilden. Doch weniger ist meist mehr: Die anfangs erwähnten Firmen mit den großen Buchstaben kamen z.B. ganz ohne gezeichnete Telefonhörer oder Cheeseburger in ihren „Emblemen“ aus. Wenn ein Grafikexperte ein Logo entwickelt, ist sein Anspruch zudem, dass dieses später auf vielen Plattformen so effizient wie möglich genutzt werden kann. In gedruckter Form kann ein Betrachter ein visuelles Element notfalls länger begutachten, bei Werbespots im Fernsehen, im Kino oder im Internet haben Zuschauer dagegen nur wenige Sekunden, um Grafiken inhaltlich und emotional zu verstehen.

Natürlich wird das „Bild“ eines Unternehmens nicht nur mit Hilfe von Firmenlogos oder Produktschriftzügen geprägt − verantwortlich für das gesamte visuelle Image ist letztendlich die sogenannte „Corporate Identity“ (CI). Hier geht es vereinfacht gesagt darum, dass grafische Auftritte über alle Bereiche hinweg immer ein einheitliches Erscheinungsbild haben sollten. Wenn die Zusammenarbeit mit den Design-Experten ergeben hat, dass beispielsweise eine gewisse Produktreihe in Verbindung mit einem türkisfarbenen Seifenblasenhintergrund „sympathisch“ wirkt, sollte sich dieses Konzept auch durch alle Prospekte, Spots oder Internetseiten ziehen. Denn auch hier gilt: „Steter Tropfen höhlt den Stein“ oder besser gesagt: „zeichnet das Bild”.

Wer sich diesbezüglich bereits von Profis beraten ließ und dabei womöglich mehrere Entwürfe vorgelegt bekam, hat vielleicht schon gemerkt: Über Geschmack lässt sich streiten – im Zweifelsfall sogar mit sich selbst! Deswegen sollten sich Unternehmer von dem Gedanken lösen, dass der grafische Auftritt ihrer Firma „jedem“ gefallen muss. Tatsächlich bleiben auch polarisierende visuelle Ideen in den Köpfen, solange sie nur eine gewisse Wiedererkennbarkeit haben. Hin und wieder kann ein Design übrigens so omnipräsent sein, dass es falsche „Realitäten“ vorspiegelt: Denken Sie mal an den Erfinder der Mickey Maus und seine Unterschrift – vermutlich sehen Sie nun sofort seinen Namen mit dem verspielt-gekringelten „D“ vor dem geistigen Auge. Dieses Logo taucht zwar in unzähligen Filmvorspännen und auf Millionen von Merchandising-Artikeln auf, hat aber mit der echten Signatur des amerikanischen Produzenten recht wenig gemein. Tatsächlich wurde der heute weltbekannte Schriftzug erst rund 20 Jahre nach dessen Ableben durch andere Kreative entwickelt – obwohl in diesem Fall der Firmenchef wohl sicher ein adäquates „Bild“ von seinem Unternehmen hätte zeichnen können…

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