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Samstag, 25 Mai 2024
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Zwischen Lebenslust und knappen Kassen

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„Tag der älteren Generation“ soll auf Missstände aufmerksam machen

„70 ist das neue 60“ – Sprüche wie dieser erfreuen sich auf T-Shirts & Co. in den letzten Jahren steigender Beliebtheit. Im Grunde spielen sie darauf an, dass die Senioren heute aktiver und scheinbar „lebenslustiger“ agieren als in früheren Zeiten. Natürlich gibt es Menschen der Ü70-Altersgruppe, auf die der erwähnte Spruch zutrifft – doch letztendlich ist Altern nach wie vor eine sehr individuelle Angelegenheit.

Fakt ist: Die Lebenserwartung stieg im Laufe der letzten Jahrzehnte. Wie die Weltgesundheitsorganisation WHO mitteilte, werden inzwischen jedes Jahr in den europäischen WHO-Ländern mehr 80. Geburtstage als Geburten zelebriert. Auf diese Entwicklung müsse die Politik mit entsprechenden Sozial- und Gesundheitsstrukturen reagieren. Denn – so der Grundtenor eines bereits 2015 veröffentlichten WHO-Reports – die Tatsache, dass Menschen mehr Zeit zum Leben haben, bedeute nicht automatisch, dass sie den Ruhestand unbeschwert verbrächten. Die Senioren von heute seien nicht durchschnittlich gesünder als deren Eltern, als diese im selben Alter waren. Vielmehr kämpften sie oft mit einer ganzen Palette von Leiden, viele davon chronisch bzw. durch den vorherigen Lebenswandel bedingt. Gerade in Industrieländern gibt es inzwischen aber mehr Möglichkeiten, die Beschwerden gegebenenfalls frühzeitig zu behandeln, zu lindern oder in fortgeschritteneren Stadien passende Betreuung zu organisieren.

Seit 1991 wird auf Beschluss der Vereinten Nationen jedes Jahr am 1. Oktober der internationale „Tag der älteren Generation“ gefeiert, welcher auf die Situation älterer Menschen hinweisen soll. Und in vielen Bereichen herrscht hier nach wie vor Handlungsbedarf: In Krisensituationen wird die „Schwäche“ betagterer Erdenbürger oft besonders deutlich. So sind z.B. bei Hurricans oder Erdbeben oft klare Mehrheiten (50 bis 75 Prozent) der Todesopfer in der Altersgruppe über 60 Jahre zu finden. Doch auch fernab von Katastrophensituationen sieht man, dass es massive Diskrepanzen gibt. Dies ist unter anderem auf deutschen Bahnsteigen spürbar: Zwischen zahlreiche (Un-)Ruheständler, welche zu erlebnisreichen Ausflügen oder Urlauben starten, mischen sich immer öfter Senioren, welche den Spruch „70 ist das neue 60“ leben, indem sie unfreiwillig noch zur arbeitenden Bevölkerung gehören – und ihr Einkommen mit Pfandflaschensammeln aufbessern.

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