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Montag, 8 August 2022
Start-Anzeige-VermischtesWenn die echten Viren fliegen, fliegen auch die digitalen…

Wenn die echten Viren fliegen, fliegen auch die digitalen…

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In den Corona-Jahren stieg die Cyber-Kriminalität deutlich an

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (bsi) veröffentlicht alljährlich einen Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland. Die zuletzt im Oktober 2021 vorgestellte Statistik wies erschreckende Trends auf, wobei die Entwicklungen laut den Experten auch stark mit der Corona-Pandemie zu tun hatten. Diese hatte in vielen Bereichen massive Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Durch die enorme Zunahme von Arbeitsplätzen im Homeoffice hätten sich neue Herausforderungen bezüglich der Informationssicherheit ergeben – und letztendlich auch neue Schlupflöcher für Kriminelle. Für das Arbeiten zu Hause nutzten Mitarbeiter zum Beispiel nicht selten ihre privaten Rechner, welche oft schlechter geschützt sind als Firmengeräte – im Umgang mit Unternehmensdaten entstanden dabei schnell Lücken, welche für Angriffe ausgenutzt wurden.

Der Berichtszeitraum 2021 war geprägt von einer deutlichen Ausweitung cyber-krimineller Erpressungsmethoden. Mit Hilfe sogenannter Ransomware – schadhafter Programme, welche zum Beispiel von unvorsichtigen Mitarbeitern auf Firmenrechnern installiert werden und sich rasant in den Netzwerken verbreiten – verschlüsseln Cyber-Kriminelle Daten von Unternehmen und Institutionen. Die Daten sind dann nicht mehr nutzbar, was in Betrieben schnell bedeuten kann, dass die Produktion zum Erliegen kommt. Nicht selten fordern die Täter „Lösegeld“ in Millionenhöhe, um die verschlüsselten Daten wieder freizugeben. Zu den „prominentesten“ Cyberangriffs-Opfern der letzten Monate zählen u.a. die Saturn-Media Markt-Gruppe, der Kamerahersteller Basler AG, aber auch viele Einrichtungen der Energie- und Gesundheitsversorgung. Ein betroffenes Universitätsklinikum konnte 13 Tage nach einer Cyberattacke durch Ransomware keine Notfallpatienten aufnehmen. Die prinzipiellen Vermehrungen im Bereich Schadstoff-Software sind deutlich spürbar – während das bsi im Vorjahr noch durchschnittlich 322.000 neue Schadstoffprogrammvarianten pro Tag (!) maß, stieg diese Zahl im Berichtszeitraum 2021 auf 394.000 – an einem Spitzentag wurden sogar 553.000 neue Varianten verzeichnet.

Nach wie vor spielt der menschliche Nutzer eine wichtige Rolle als „Einfallstor“ für Cyber-Kriminelle, sie sind jedoch nicht die einzigen Schwachstellen – hin und wieder werden auch Mankos in Betriebssystemen für Angriffe genutzt: Nachdem im letzten Jahr zum Beispiel eine Lücke bei Microsoft-Exchange-Servern bekannt wurde, konnte das bsi beobachten, dass Cyberkriminelle großflächig nach verwundbaren Servern suchten – die „bösen Buben“ sind in diesen Bereichen erfahrungsgemäß sehr reaktionsschnell, oft leider schneller als diejenigen, welche die Lücken im Bereich IT-Sicherheit stopfen müssen.

Laut dem Portal Statista gaben bei einer Umfrage im Jahr 2021 46 Prozent der befragten deutschen Unternehmen an, in den 12 Monaten zuvor einem Cyber-Angriff ausgesetzt gewesen zu sein. Wie erfolgreich die Attacken waren und ob die Firmen z.B. auf „Lösegeldforderungen“ eingingen, darüber halten sich die meisten Betroffenen bedeckt. Die Zahlen dürfen jedoch nicht den Eindruck vermitteln, nur Unternehmen seien Ziel von Ransomware-Verbreitern. Auch der Privatmann kann sich schnell eine Schadstoff-Software einfangen, durch die sein Computer mit den darauf gespeicherten Daten unbenutzbar wird. Sicherheitsfunktionen wie z.B. Firewalls, Virenscanner und Co. sollten deshalb immer aktiv und auf dem neuesten Stand sein. Regelmäßig empfiehlt sich zudem, die privaten Daten – von den Urlaubsfotos bis zu wichtigen digitalen Dokumenten – auf eine externe Festplatte zu kopieren, welche man im Schrank lagert. Sollte der Rechner – sei es durch Cyber-Kriminelle oder durch versagende Technik – plötzlich nicht mehr nutzbar sein, sind so zumindest die per BackUp gesicherten Daten relativ einfach wiederherstellbar.

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