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Montag, 6 Februar 2023
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Wendy ist nun mal kein Junge

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Reiten – nach wie vor eine Sache des weiblichen Geschlechts?

Im Pferdesport haben weibliche Wesen zumindest mengenmäßig gesehen die Oberhand – wer sich bei den Landesverbänden umhört, bemerkt einen deutlichen Statistik-Trend: Frauen bzw. Mädchen machen in den meisten Vereinigungen zwischen 70 und 90 Prozent der Mitglieder aus. Dass das Interesse an diesem Gebiet bei den Geschlechtern unterschiedlich groß ist, mag keine Neuigkeit sein: Als 1986 zum ersten Mal die Zeitschrift „Wendy” erschien, gab man ihr nicht ohne Grund einen Mädchennamen – dieser spielt auf die in den dortigen Comics auftauchende Titelfigur Wendy Thorsteeg an.

Während man in den Anfangsjahren jedoch auf dem Cover des Magazins noch Pferde zusammen mit Mädchen bzw. jungen Frauen abbildete, druckte der Verlag später vorrangig reine Tieraufnahmen auf die Titelseite. Und dennoch gilt Reiten auch 2021 als „typische” Beschäftigung für das weibliche Geschlecht – allen Gleichstellungs- und Gendering-Bestrebungen zum Trotz. Woher diese Affinität rührt, versuchten schon viele kluge Köpfe zu ergründen: Sigmund Freud´s Ansatz, die Tätigkeiten im Sattel als (frühe) Auslebung von Sexualität zu deuten, wurde in manchen Biologiestunden in der Schule thematisiert, von anderen Experten aber auch vehement bestritten.

Neuere Forschungen sehen die Pferdeleidenschaft gerade bei heranwachsenden Mädchen als emotionalen Übergang in eine Phase, in der man sich zum ersten Mal um ein lebendiges Wesen kümmert und dabei nicht nur Instinkte und Zeit, sondern auch ein gewisses Wissen braucht. Das Tier ist dann sozusagen eine der Entwicklungstationen zwischen Kinderzimmerpuppe und eigenem Nachwuchs. Damit verbunden ist in manchen Thesen auch die haptische Erfahrung, welche das Hegen und Pflegen der Hufträger mit sich bringt – sprich: die Berührungen. Bei nicht wenigen Heranwachsenden ebbt erfahrungsgemäß die Leidenschaft für Pferde ab, wenn der erste Freund im Leben auftaucht. Natürlich gibt es aber zahlreiche Reiter(innen), welche auch nach diesem Punkt dem Hobby mit viel Herzblut treu bleiben – ganz unabhängig von Partnerschaften.

Die Frankfurter Wissenschaftlerin Lotte Rose versuchte in den 1990er Jahren, die Affinität des jungen weiblichen Geschlechts zu den Paarhufern noch mit anderen Thesen zu begründen – darunter auch die Vermutung, dass Mädchen  beim Umgang mit Pferden genau das dürften, wovon sie eine Erziehung nach traditionellen Rollenbildern eher fernhalten wolle: Sich schmutzig machen, mit „Dreck” arbeiten und dabei durchaus auch die eigene „Hübschheit” mal hintenanstellen.

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