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Sonntag, 25 September 2022
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Tierärzte als „Höhlenforscher“ bei Hunden und Katzen

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Modernste endoskopische Techniken für Diagnose und Therapie

Dr. med. vet. Uwe Romberger, Fachtierarzt für Kleintiere, Physikalische Medizin (Physiotherapie)

Eine erfolgreiche und effektive Behandlung des geliebten Haustieres, aber auch das Treffen der schmerzlichen Entscheidung, ob ein Tier von seinen Leiden erlöst und eingeschläfert wird, setzen eine klare Diagnose durch die Tierärztin bzw. den Tierarzt voraus. Nur wenn sie wissen, woran ein Tier leidet, können Tierhalter und Tierarzt richtig entscheiden und handeln. Mitunter versteckt sich eine Erkrankung in den Tiefen der Körperhöhlen und kann weder mit einer Blutuntersuchung noch mit anderen bildgebenden Untersuchungsverfahren wie Röntgen und Ultraschall sicher erkannt werden. Diese Untersuchungen können indirekte Hinweise liefern und, wenn die Symptome für solch eine verborgene Krankheit sprechen, dann kann die Endoskopie, die umgangssprachlich auch als „Spiegelung“ bezeichnet wird, zielführend sein und Klarheit bringen.

Alle Körperöffnungen bieten sich für solch eine innere Spiegelung an. Die Gastroskopie (Magenspiegelung) ist wohl die bekannteste Endoskopieform und untersucht Speiseröhre und Magen. Die noch tiefere Variante ist die Duodenoskopie, welche in den Zwölfingerdarm, den Anfang des Dünndarms, hineinführt. Die Spiegelung des anderen Endes, nämlich des Dickdarmes, bezeichnet man als Coloskopie. Für diese Untersuchungen werden in der Regel lange, flexible, zirka einzentimeterdicke, schlauchartige Endoskope verwendet.

Für die endoskopische Untersuchung der Harnblase (Zystoskopie) und des weiblichen Geschlechtsapparates (Vaginoskopie) benötigt man deutlich dünnere flexible oder starre Endoskope, ebenso wie für Ohren (Otoskopie), Nase (Rhinoskopie), Luftröhre (Tracheoskopie) und die tieferen luftführenden Wege (Bronchoskopie).

Eine unabdingbare Grundvoraussetzung für die meisten endoskopischen Untersuchungen ist, dass das zu untersuchende Tier eine schonende Narkose erhält. Die Spiegelung der meisten Körperhöhlen ist im Wachzustand ausgesprochen unangenehm und mit Abwehrbewegungen könnte sich das Tier verletzen oder das Untersuchungsgerät beschädigen. Einzig die Vaginoskopie und die Otoskopie lassen sich bei gelassenen und ruhigen Hunden und Katzen auch ohne Sedierung vornehmen.

Wenn wir im Tiergesundheitszentrum Regensburg eine winzige Katzennase oder die Nase eines kleinen Hundes untersuchen, dann verwenden wir ein nur wenige Millimeter dünnes starres Endoskop. Um hingegen tief in die Lunge hinein zu gelangen muss der „Schlauch“ zwar auch sehr dünn, aber flexibel sein. Das deutlich dickere Endoskop für die Untersuchung des Magen-Darm-Traktes kann sowohl für kleinere Tiere ab drei Kilogramm Körpergewicht als auch für größere Hunde eingesetzt werden. Die modernen Endoskope besitzen einen Kamerachip, mit dem hochauflösende Bilder in Echtzeit gewonnen werden. Durch Arbeitskanäle kann man spülen, um freie Sicht zu haben, und man kann kleinste Gewebeproben für die histologische Untersuchung gewinnen oder Fremdkörper fassen und mit dem Endoskop herausziehen.

So entdeckt man akute und chronische Entzündungen, mitunter auch Tumore oder man kann mittels Spezialvorrichtungen Fremdkörper schonend entfernen. Der große Vorteil ist in der Tat, dass man nichtinvasiv an schlecht zugänglichen Stellen des Körpers zu einer Diagnose gelangt und Klarheit erhält, ob und wie man helfen kann.

Tiergesundheitszentrum Regensburg, Merianweg 3, 93051 Regensburg

www.tiergesundheitszentrum-regensburg.de

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