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Sonntag, 14 August 2022
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Giftige Pflanzen in Garten & Park

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Viele Hundebesitzer ahnen nicht, welche Gefahren lauern

Dr. med. vet. Uwe Romberger, Fachtierarzt für Kleintiere, Physikalische Medizin (Physiotherapie)

Hunde lieben es, mit uns im Garten zu spielen und im Park spazieren zu gehen. Übermütig bringen die vierbeinigen Lieblinge Stöckchen, ziehen an Zweigen von Sträuchern oder naschen Beeren und zupfen an Pflanzenteilen. Wir denken uns nichts dabei und meistens sind das ausgelassene Spiel und der Übermut unproblematisch. Dabei gibt es durchaus Gefahren, die von Pflanzen im Garten oder im Park ausgehen können.

Im hintersten Eck unseres Gartens steht seit über 15 Jahren weitestgehend unbeachtet ein wunderschöner Goldregenbaum. Der Gärtner fand dieses hübsche kleine Bäumchen, welches aus Südeuropa stammt, sehr dekorativ und dachte nicht daran, dass auch Hunde den Garten nutzen werden. Alles an dieser Pflanze mit den leuchtendgelben Blütentrauben ist giftig, ganz besonders die Samen in den Schoten, welche im Spätsommer und Herbst ausgebildet werden.

Bild: Eberesche

Agathe stromert im Garten herum und zupft hier an einem Strauch, trägt da ein Stöckchen weiter und lässt es wieder fallen und beißt auf eine Schote. Wenig später muss sich der kleine Hund übergeben. Wir meinen, sie hat wieder einmal zu viel Gras gefressen, und machen uns keine weiteren Gedanken. Jedoch hört es nicht auf und plötzlich kommt es nicht nur vorne, sondern auch hinten raus! Ich stütze Agathe, aber sie sackt zusammen und ist völlig schwach. Ich lege die Kleine auf eine Liege. Sie liegt wie leblos und hat geweitete Pupillen.

Mir kommt ein Gedankenblitz: Der Goldregen! Der war noch nie ein Problem! Aber diesmal! Anfangs macht die Aufnahme von Pflanzenteilen – und darauf herumkauen reicht auch schon – Erregungszustände. Sehr schnell gehen diese in Magenkrämpfe und Erbrechen über. Der Körper versucht das Gift wieder los zu werden. Später treten Lähmungserscheinungen mit geweiteten Pupillen auf. Ich packe Agathe auf den Beifahrersitz meines Elektroautos und „rase“ durch den Feierabendverkehr zum Tiergesundheitszentrum Regenburg. Von unterwegs gebe ich Instruktionen über die Freisprecheinrichtungen, was vorbereitet werden soll. Zwanzig Minuten später hängt der Hund am Tropf und Medikamente lindern die Symptome. Schnell bessert sich Agathes Zustand und wir fahren mit der Infusion in Ruhe wieder nach Hause. Das hätte dumm ausgehen können!

Andere giftige Pflanzen, die in Gärten oder Parks vorkommen können, sind Tollkirsche – eine bis zu zwei Meter hohe Staude, die im Spätsommer bis zu zwei Zentimeter große, schwarze, giftige Beeren ausbildet, das Pfaffenhütchen – ein Strauch, welcher nach der Blüte im Frühsommer orangerot gefärbte, vierlappige Kapseln mit den giftigen Samen ausbildet, die Eibe – ein bis zu 20 Meter hoher Nadelbaum, der in Gärten und Parks als Hecke geschnitten wird und dessen Nadeln ein stark giftiges Alkaloid enthalten sowie Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Eisenhut. Bei den letzten drei wunderschönen Pflanzen, die oft in Parks und Gärten vorkommen, sind alle Pflanzenteile hochgiftig.

Bild: Goldregen

Wir Hundehalter denken oft nicht an die Gefahren, die von giftigen Pflanzen ausgehen, denn zum Glück passiert selten eine schwere Vergiftung. Jedoch sind vielleicht häufiger als wir denken Pflanzen für das Erbrechen bei unseren Hunden verantwortlich. Es müssen auch nicht immer gleich Giftpflanzen sein. Zum Beispiel roh genossene Pflanzenteile der ungiftigen Eberesche, dem Vogelbeerbaum, können zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Achten wir etwas besser darauf, was unsere vierbeinigen Lieblinge treiben, um diese vor gesundheitlichen, oft sogar lebensbedrohlichen Gefahren zu schützen!

Tiergesundheitszentrum Regensburg, Merianweg 3, 93051 Regensburg

www.tiergesundheitszentrum-regensburg.de

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