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Dienstag, 17 Mai 2022
Start-Anzeige-Haus & GartenDas Gartenjahr und seine Schrecken – äh Schnecken…

Das Gartenjahr und seine Schrecken – äh Schnecken…

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Eigentlich nützlich – aber nicht für den Salat

Als ich diesen Kahlschlag in meinem Garten vorfand, fragte ich mich schon, welchen Nutzen so manches Tier – insbesondere die Nacktschnecke − innerhalb des Ökosystems haben soll. Ob man es glauben mag oder nicht, Schnecken sind nützlicher Teil der Verwertungs- bzw. Kompostierkette von organischem Material. Sie bilden sozusagen den Gesundheitsdienst im Garten, denn alles Verweste, sowohl pflanzlicher als auch tierischer Art, räumen Sie uns aus dem Weg. Und dennoch, alle jungen Pflänzchen, von Salat über Kohlrabi, Brokkoli und Weißkohl bis hin zu den Bohnen, fielen den gefräßigen Tieren zum Opfer. Während die Wut auf die Tiere stieg, sank die Hemmschwelle, ihnen den Garaus zu machen.

Von den vielen Nacktschneckenarten ist vor allem eine als sogenannte Schadschnecke in Verruf: Die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris). Sie kann in unterschiedlichen Farbtönen, von rötlich über rotbraun bis hin zu schwarz auftreten und ist äußerlich, von anderen Arten der gleichen Gattung, wie zum Beispiel der heimischen Roten Wegschnecke (Arion rufus), nicht zu unterscheiden. Letztere wird heute als gefährdete Art auf der Roten Liste Bayerns geführt. Im Vergleich zu anderen Nacktschneckenarten, die drei bis vier Jahre alt werden können, durchläuft die Spanische Wegschnecke nur einen Fortpflanzungszyklus und stirbt zum Ende des Lebensjahres. Dafür legt sie im Sommer bis in die kühleren Monate hinein, zwischen 200 und 500 Eier in Erdritzen ab, um ihren Fortbestand zu sichern. Die Entwicklung der neuen Generation geht in Abhängigkeit der Temperatur mal schneller, mal langsamer vonstatten. Die Gelege schlüpfen zum einen Teil noch im Herbst, zum anderen Teil im Vorfrühling, mit der Schneeglöckchenblüte.

Eine Spanische Nacktschnecke bei der Mahlzeit. Foto: Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Neumarkt i.d.OPf. e.V.

Harmloser für alle Gärtner*innen sind die Schnecken mit Häuschen, wie die bekannte Weinbergschnecke (Helix pomatia). Sie hilft uns sogar bei der Eindämmung der sog. Schadschnecken, ebenso wie Hundert- und Tausendfüßer, denn sie fressen deren Eier. Sonstige vermeintliche natürliche Gegenspieler, wie Singvögel, Igel, Maulwurf, Spitzmaus und Laufkäfer, helfen uns nur bis zu einem gewissen Grad. Sie machen sich vorwiegend über die kleineren Schneckenexemplare her und die Spanische Wegschnecke meiden sie aufgrund ihres bitteren Schleimes nahezu gänzlich. Um ein Absammeln oder Eindämmen in anderer Form kommt die Gärtnerin bzw. der Gärtner nicht herum. Eine vorbeugende Maßnahme kann das sorgfältige Durchhacken der abgeernteten Beete im Herbst sein. Somit werden die Jungtiere und gut erkennbaren, weißen Eigelege freigelegt und in ihrer Entwicklung gestört, denn Temperaturen unter -2° C halten sie nicht stand.

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