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Dienstag, 21 September 2021
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Gesundheitsgipfel in Neumarkt

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Die Zukunft der medizinischen Versorgung

Wenn sich zwei Minister mit Fachkräften aus dem medizinischen Sektor treffen, können nur gesundheitspolitische Themen im Fokus stehen. Vieles liegt im Argen – und das wurde beim Gesundheitsgipfel in Neumarkt auch klar angesprochen. Zu diesem Treffen lud der CSU-Kreistagsvorsitzende Alois Scherer neben Gesundheitsminister Klaus Holetschek auch Finanz- und Heimatminister Albert Füracker zur Stippvisite ins Johanneszentrum ein. Nach einer ausführlichen Diskussionsrunde mit Ärzten, einer Abordnung aus dem Klinikum sowie Apothekern, Physiotherapeuten und regionalen Volksvertretern stellten sich die beiden Politiker aus dem bayerischen Kabinett den Fragen der örtlichen Presse. 

Millionen an Investitionen

In Bayern sei eine flächendeckende Gesundheitsversorgung bis hin zur Spitzenmedizin vorhanden, stellte Holetschek fest. Dass dafür auch ausreichend Geldmittel für Krankenhausprojekte zur Verfügung stehen, freut besonders Albert Füracker. Der Hüter des bayerischen Finanzsäckels schüttet jährlich 643 Millionen Euro aus dem Krankenhaus-Förderetat aus, so dass nötige Investitionen getätigt werden können. Hinzu kommen Bundesmittel aus dem Krankenhauszukunftsfonds. Aktuell laufen Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von fast 3,4 Milliarden Euro für die bayerischen Kliniken. Über zwei Milliarden Euro fließen in Hospitäler außerhalb der Ballungszentren. Der Landkreis Neumarkt profitiert vom Geldsegen ebenfalls: Im Jahreskrankenhausprogramm 2022 sind für die Integration des Kreiskrankenhauses Parsberg in das Klinikum Neumarkt 6,42 Millionen Euro und für den Neubau der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (Parsberg) 11,5 Millionen Euro eingeplant.

Schwerpunktthema Pflege

Dass vor allem das System Pflege bundesweit immer mehr an Brisanz gewinnt, ist längst bekannt. Schlechte Bezahlung und Schichtarbeit bieten wenig Anreize. Den Rest erledigt der demographische Wandel. Während im Jahr 1964 knapp 1,36 Millionen Kinder geboren wurden, hat sich die Geburtenrate im vergangenen Jahr mit 773.144 fast halbiert. „Die Pflege ist eines der zentralen Themen der Zukunft“, betonte Klaus Holetschek mit Nachdruck. „Die Babyboomer-Generation rückt nach. Es wird höchste Zeit, die Weichen zu stellen und bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen, ansonsten schaut‘s düster aus.“ Ein nicht minder dringender Appell gilt der wachsenden Zettelwirtschaft. Nicht nur das Klinikpersonal, sondern auch die niedergelassenen Ärzte sehen sich immer mehr durch einen Wust an Bürokratie belastet. Hier besteht genauso dringender Handlungsbedarf wie bei den in der Praxis gängigen „diagnosebezogenen Fallpauschalen“.

Impfquote erhöhen

Ein großes Lob vom Gesundheitsminister ging an die zahlreichen Pflegekräfte und niedergelassenen Ärzte während der Hochzeit der Pandemie. Ohne deren Einsatz wären die Impfquoten nicht zu schaffen gewesen. Nun gehe es darum, auch den Rest der Bevölkerung für die Corona-Impfung zu sensibilisieren. Impfstoff sei ausreichend vorhanden. Wartezeiten sind längst Geschichte. Impfbusse oder Impfen-to-go sind etabliert.

Zum Schluss gab’s noch ein Statement zur Bürgerversicherung, welche Privatpatienten und gesetzlich Versicherte gemeinsam in die Pflicht nehmen würde. Auf Nachfrage erteilten Klaus Holetschek und Orthopäde Dr. Wolfgang Bärtl diesem dualen Versicherungssystem jedoch eine klare Absage. Schließlich seien einst innovative Behandlungsmethoden, wie zum Beispiel die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) oder die Stoßwellentherapie beim Fersensporn, aus finanziellen Gründen nur von Privatkassen bezahlt worden. Heute sind sie Teil des GKV-Leistungskataloges, so dass auch gesetzlich Versicherte in den Genuss dieser Therapien kommen.

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