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Freitag, 12 April 2024
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Die „eigenen vier Wände“ müssen keine Utopie sein

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Wie wohnen Menschen mit Behinderung

„Menschen mit Behinderung müssen gleichberechtigt die Möglichkeit haben, ihren Aufenthaltsort zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem sie leben. Sie dürfen nicht auf eine besondere Wohnform verpflichtet sein“, so schreibt es der Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention vor. Auch im deutschen Sozialgesetzbuch gibt es einen Paragraphen, welcher Menschen mit Behinderung Leistungen, Dienste und Einrichtungen zugesteht, um möglichst selbstbestimmt ihre Lebensumstände gestalten zu können. Was auf dem Papier gut klingt, ist in der Realität aber nicht immer leicht umsetzbar. Nicht alle Handicaps sind schließlich gleich, manche erlauben mehr eigenständiges Wohnen als andere.

Noch in den 1970er Jahren lebten Menschen mit Behinderung vorrangig „unter sich“ in Wohnheimen, inzwischen gibt es jedoch auch andere Formen. Diese unterscheiden sich vor allem in der Art und Weise, wie oft, wie umfangreich oder wie schnell man auf Hilfe zurückgreifen kann, wenn man sie aufgrund des eigenen Handicaps benötigt.

Etwa 40 Prozent der Menschen mit (meist körperlicher) Beeinträchtigung nutzen ambulante Wohnangebote – entweder leben sie alleine, mit Partner oder in einer Gemeinschaft. Hierbei kommt nur dann gezielt fachgerechte Hilfe „von außen”, wenn bzw. wo sie benötigt wird. In sogenannten inklusiven Wohngemeinschaften leben Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen – letztere verpflichten sich z.B. gegen einen Miet-Nachlass, ihre WG-Genossen im Alltag zu unterstützen. Dies kann in vielen Fällen gut funktionieren, ein Mitbewohner kann jedoch meist keine Aufgaben übernehmen, für die eine ausgebildete Pflegefachkraft notwendig wäre.

Der Gesetzgeber fördert „selbstbestimmtes“ Wohnen – unter anderem mit Zuschüssen, um Wohnräume barrierefrei zu machen, aber auch mit der Finanzierung von sogenannten Assistenzleistungen. Ende 2020 erhielten in Deutschland derartige Leistungen rund 425.000 volljährige Menschen mit Behinderung, welche in besonderen Wohnformen, in den „eigenen vier Wänden” oder in Pflegefamilien wohnen. Ein Trend, welcher vom Leben im klassischen Wohnheim wegführt, ist dabei bemerkbar – letztere Einrichtungen existieren ebenfalls noch, durch Änderung diverser Strukturen erlauben sie inzwischen aber mehr persönliche Entfaltung und Privatsphäre ihrer Nutzer als in den 1970er Jahren.

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