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Sonntag, 5 Februar 2023
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Die altgriechischen Schmerzdämonen suchen uns heim…

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Rheuma – Ein Begriff, viele Beschwerden und Ursachen

Streng genommen ist Rheuma keine „eigenständige“ Krankheit, sondern vielmehr ein Oberbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen, welche in vier Bereiche untergliedert ist: Neben entzündlich-rheumatischen Erkrankungen zählen dazu rheumatische Beschwerden, welche durch Verschleiß („Degeneration“) hervorgerufen werden, Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden und zudem der sogenannte Weichteilrheumatismus, zu welchem das Spezialgebiet der Fibromyalgie gehört. Bei letzterer Gruppierung sorgen z.B. Überlastungen für Schmerzen an „Weichteilen“ wie Muskeln, Sehnen, Bändern, Nerven, Schleimbeuteln oder im Unterhautfettgewebe.

Noch zahlreicher als die medizinischen Untergruppierungen von Rheuma sind die damit verbundenen Symptome, Experten sprechen von über 100 möglichen Ausprägungen. Die meisten von ihnen haben jedoch etwas gemeinsam: Im Alltag zeigt sich bei Betroffenen der Bewegungsapparat eingeschränkt – oft auch verbunden mit Schmerzen. Die Deutsche Rheuma-Liga hat eine Checkliste veröffentlicht, mit welcher man überprüfen kann, ob man von Rheuma betroffen ist – der Fokus liegt hier jedoch vor allem auf den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Zu den Symptomen zählen unter anderem schmerzhafte Gelenksteifigkeit nach Ruhephasen, welche jedoch durch längere Bewegungsphasen gemindert werden kann, Schwellungen oder Verdickungen an Fingern sowie Schmerzen in Hüften und Kniegelenken nach längerem Sitzen. Auch diffuse Beschwerden wie Niedergeschlagenheit oder das Gefühl des „unerholsamen“ Schlafes werden aufgeführt. All diese Symptome können laut der deutschen Gesellschaft für Rheumatologie gerade bei Menschen zwischen 20 und 40 Jahren auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung hindeuten, wenn sie z.B. in Schüben auftreten und/oder mit anderen Beschwerden einhergehen, welche in Verbindung mit grippalen Infekten verbreitet sind. Treffen solche Voraussetzungen nicht zu und wurden bei Familienangehörigen keine ähnlichen Krankheitsbilder festgestellt, gehen viele Mediziner eher von altersbedingtem Verschleiß oder anderen Rheuma-Formen aus. Auch die jüngere Generation ist hin und wieder von dem Thema betroffen: Bei Kindern gibt es ebenfalls spezielle Formen von Rheuma, denen manchmal auch eine Störung des Immunsystems zugrunde liegen kann.

Rheuma ist übrigens kein „Phänomen“ unserer modernen Gesellschaft mit ihren zahlreichen Schreibtischjobs und den alltäglichen Verlockungen eines gemütlichen Sofa-Lebens. Schon im alten Griechenland kannte man den Begriff – in der griechischen Sprache bedeutet „rheo“ so viel wie „ich fließe“. Im 5. Jahrhundert vor Christus verwendete der Gelehrte Empedokles das Wort „Rheuma“ für verschiedene „Schmerzdämonen“, die fließend den gesamten Körper in Mitleidenschaft zogen. Frei übersetzt bedeutet der Begriff „fließender, ziehender Schmerz“, was eine häufige Erscheinungsform des Krankheitsbildes ganz passend umschreibt. (Weitere Informationen finden Betroffene unter anderem auf www.rheuma.org)

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