15.3 C
Neumarkt
Dienstag, 17 Mai 2022
Start-Anzeige-Finanzen & VersicherungVermächtnisse nach dem Apfelbaum-Prinzip

Vermächtnisse nach dem Apfelbaum-Prinzip

Anzeige

Wie man mit Erbschaften die Gemeinnützigkeit unterstützen kann

Die Stadt Neumarkt trauert in diesen Tagen um ihren Ehrenbürger Johann Donauer, welcher am 26. April 2022 im Alter von 89 Jahren verstarb. Erst im Januar hatte er seine Ehefrau Leokadia zu Grabe tragen müssen. „Beide haben überaus segensreich in Stadt und Landkreis Neumarkt gewirkt“, erinnert sich Neumarkts Oberbürgermeister Thomas Thumann. „Gemeinsam haben sie viele Einrichtungen gestiftet, ich denke dabei unter anderem an das Donauer-Kinderhaus im Stadtteil Woffenbach, welches alleine ihrem Engagement entspringt.“ Das Ehepaar Donauer gilt somit als Paradebeispiel für Menschen, welche bereits zu Lebzeiten Schritte unternommen haben, die auch im Anschluss daran noch lange der Gemeinnützigkeit zu Gute kommen.

Zahlen des statistischen Bundesamtes zufolge wurden im Jahr 2020 in Deutschland rund 84 Milliarden Euro durch Erbschaften und Schenkungen transferiert und von den Finanzverwaltungen veranlagt. In vielen Fällen mögen Kinder, Ehepartner oder andere Erben der gesetzlichen Erbfolge die Empfänger gewesen sein. Doch auch gemeinnützige Organisationen und Zwecke werden mit Vermögen bedacht. Laut einer Untersuchung der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ haben 28 Prozent der Befragten über 50 Jahre Interesse am gemeinnützigen Vererben, bei Kinderlosen läge der Wert sogar bei 51 Prozent. An der Initiative sind 25 Organisationen beteiligt, welche Erbschaften „für den guten Zweck“ fördern wollen – darunter Menschenrechtsorganisationen und Tierschutznetzwerke. Das „Prinzip Apfelbaum“ spielt auf die Tatsache an, dass Apfelbäume oft im Herbst gepflanzt werden, im Winter gefrieren, bald dann aber neue Früchte tragen.

Prinzipiell hat jeder das Recht, sein Vermögen auch an „juristische Personen“ wie Vereine, Stiftungen und Organisationen weiterzureichen. Erben der sogenannten gesetzlichen Erbreihenfolge – z.B. Ehepartner oder Kinder – haben jedoch üblicherweise einen Anspruch auf einen Pflichtteil, welchen sie geltend machen können. Wenn gemeinnützige Empfänger vom Erbe profitieren sollen, müssen sie z.B. in einem Testament offiziell bedacht werden. Hier muss man jedoch auf Finessen achten – während z.B. die Begriffe „Vererben“ und „Vermachen“ im Volksmund oft gleichwertig eingesetzt werden, sind sie juristisch unterschiedlich zu sehen: „Erben“ bekommen den Nachlass verbunden mit Rechten und Pflichten – also auch inklusive etwaiger Schulden. Wenn der Erblasser etwas „vermacht“, kann er mit dieser Formulierung dagegen klar definierte Teile seines Vermögens wie z.B. das Guthaben eines gewissen Kontos oder ein wertvolles Sammlerstück übertragen. Da der Teufel im Detail steckt, empfiehlt es sich in diesem Bereich, auf professionelle Unterstützung zurückzugreifen. Letztendlich gilt ohnehin eine uralte Weisheit bezüglich des zu Lebzeiten angesammelten Vermögens: Man kann es nicht mit ins Grab nehmen! Und während es in Deutschland nicht möglich ist, es dem eigenen Haustier zu vererben, kann z.B. eine Organisation, welche sich für das Wohlergehen von Vierbeinern kümmert, sehr wohl davon profitieren.

Gib uns ein "Gefällt mir" auf Facebook und bleibe informiert

1,876FansGefällt mir

Bleiben Sie informiert mit unserem Newsletter

Der Wochenblatt Neumarkt Newsletter informiert Sie einmal in der Woche über aktuelle Nachrichten aus der Stadt- und dem Landkreis Neumarkt. Verpassen Sie keine Sonderangebote, Geschäftseröffnungen und vieles mehr.

Aktuelle Nachrichten

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren