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Freitag, 19 April 2024
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Neuer Beruf: Den Dinosaurier stampfen lassen

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Wie der Ausbildungsmarkt auf Trends reagiert

In immer mehr Museen und anderen Besucherattraktionen geht das Angebot weit über Exponate, Schaukästen und Texttafeln hinaus. Umfangreiche Video- und Audioinstallationen lassen vergangene Epochen mit Bild und Ton lebendig werden, mit Hilfe von „Virtual Reality“ können sich die Gäste noch besser in die präsentierten Themen hineinversetzen. Das ist nur ein Bereich, in dem sogenannte immersive Technik zum Einsatz kommt – auch in der Medizin, in der Architektur und natürlich im Game-Sektor werden derartige Systeme immer stärker genutzt. Im vergangenen Jahr wurde nun ein Ausbildungsberuf speziell dafür geschaffen: Der/die Gestalter(in) für immersive Medien lernt in drei Jahren den Umgang mit Techniken, welche vereinfacht gesagt zur Erschaffung virtueller Welten dienen. Auch die sogenannte „Augmented Reality“ („Erweiterte Realität“) steht hier im Fokus – damit könnte z.B. der Besucher eines Naturkundemuseums mit Hilfe einer Spezialbrille einen computeranimierten Dinosaurier durch die echte Ausstellungshalle stampfen sehen. Der Beruf vereint viele Disziplinen – von der inhaltlichen Konzeption über das Erstellen von 3D-Modellen bis hin zur Installation am Einsatzort. Teilweise überschneidet sich die Tätigkeit der Gestalter von immersiven Medien auch mit den bereits existierenden Lehrberufen „Mediengestalter Bild & Ton“ und „Digital & Print“, welche z.B. bei TV-Stationen, Zeitungen oder Grafikagenturen beschäftigt sind.

Bereits 2022 wurde der Ausbildungsberuf „Fachkraft Küche“ geschaffen. Absolventen der zweijährigen Lehre arbeiten vor allem in der Hotellerie und Gastronomie und sind für das Zubereiten von Gerichten und Beilagen, aber auch die Lagerung von Waren zuständig. Arbeiten in Profi-Küchen erfordert Teamgeist und nicht selten auch eine gewisse Stressresistenz.  Gelernte Fachkräfte können sich z.B. zu Diätköchen oder geprüften Küchenmeistern fortbilden lassen. Sechs bestehende duale Ausbildungsberufe in der Branche wurden “modernisiert“. Unter anderem will man den jungen Fachkräften bereits in den Ausbildungen das Wissen an die Hand geben, später relativ schnell selbst Führungsaufgaben zu übernehmen und z.B. ungelernte Arbeitskräfte anlernen zu können. Auch die veränderten Ernährungsgewohnheiten (Veganismus, etc.) spielen eine größere Rolle.

Die beiden obengenannten Berufe wurden völlig neu geschaffen, ohne eine bestehende Ausbildung zu ersetzen. In anderen Branchen machten technische, gesellschaftliche oder rechtliche Entwicklungen nötig, dass existierende Ausbildungsberufe neu strukturiert, zusammengefasst oder aufgeteilt werden mussten. Im vergangenen Jahr betraf dies u.a. Steuerfachangestellte, deren Ausbildungsordnung im Hinblick auf die Digitalisierung und die höhere Beratungsintensität von Mandanten überarbeitet wurde. Angehende Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-innen können sich nun für eine neue, dritte Fachrichtung entscheiden, mit der sie sich auf Caravans und Reisemobile spezialisieren – letzter Sektor erfuhr in den vergangenen Jahren viel Nachfrage.

Im laufenden Jahr 2024 sollen zwar keine Ausbildungsberufe neu geschaffen werden, allerdings werden bestehende Berufe modernisiert – zum Beispiel im Bereich der Versorgungsstrukturen. Die Umwelttechnologen/innen mit ihren vier Fachrichtungen „Kreislauf- und Abfallwirtschaft“, „Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen“, „Abwasserbewirtschaftung“ und „Wasserversorgung“ erhalten zum August des Jahres neue Ausbildungsordnungen, in denen umwelttechnische Aspekte, welche an Bedeutung gewonnen haben, stärker berücksichtigt werden. Zudem wurden neue Abschlussbezeichnungen eingeführt. „Die Hoffnung ist, dass ausbildungswillige Betriebe ihre Ausbildungsplätze künftig besser besetzen können als in der Vergangenheit“, erklärt Friedrich Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung.

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