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Dienstag, 17 Mai 2022
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Wenn Arbeitskräfte „spurlos verschwinden“

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Der unerklärliche Urlaub

Bei der letzten Sitzung des IHK-Gremiums Neumarkt gehörte zu den Themen ein „Phänomen“, welches dem ein oder anderen Leser vielleicht auch schon im eigenen Berufsleben oder im persönlichen Umfeld aufgefallen sein dürfte: Aktuell „verschwinden“ Arbeitskräfte! Soll heißen: Fachkräfte, welche teilweise langjährig in einer Branche tätig waren, geben ihren Beruf auf. Das mag in manchen Fällen – so die Einschätzung von Gremiumsvorsitzender Ursula Hammerbacher – an in den Corona-Jahren entstandenen Zweifeln zur Sinnhaftigkeit der eigenen beruflichen Tätigkeit liegen. Diese Entwicklung – von Arbeitsmarktforschern „Covid-Klarheit“ getauft – ist in vielen Bereichen Deutschlands spürbar. Interessanterweise lässt sich laut hiesiger IHK  aber in der Region Neumarkt kein genauer Trend feststellen, wohin diese Arbeitskräfte abwandern – weder seien markante Verschiebungen zwischen den Branchen bemerkbar, noch stiegen die offiziellen Arbeitslosenzahlen deutlich an. Die Agentur für Arbeit im Bezirk Neumarkt verbucht jedoch eine massive Zunahme bei unbesetzten Stellen – teilweise liegen die Zahlen 40 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Fast scheint es so, als würden branchenübergreifend langjährige Arbeitskräfte sich in eine Art „unerklärlichen Urlaub“ verabschieden, bei dem „Ziel“ und Rückkehrchancen unbekannt sind. Das verstärkt in vielen Bereichen den Fachkräftemangel und der „jungen Generation“ kommt noch mehr Bedeutung zu, die vakanten Stellen zu füllen und durch Ausbildung & Co. ins Berufsleben „hineinzuwachsen“. Doch auch hier gibt es gewisse Diskrepanzen zwischen Angebot und Nachfrage:

Laut der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft waren im März 2022  in Bayern 48.023 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang von 1,0 Prozent zum Vorjahr. Bei den gemeldeten Berufsausbildungsstellen gibt es hingegen ein Plus von 4,7 Prozent auf nun 84.752. Somit entfallen auf jeden Ausbildungsplatzsuchenden rein rechnerisch 1,8 Ausbildungsplätze.

Foto: takasuu/123RF.com

Betrachtet man die Statistiken für ganz Deutschland, so sank im März 2022 die Bewerber-Zahl für eine Ausbildung ebenfalls um 3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – 313.400 Interessierte für Lehrstellen wurden verzeichnet. Damit setzt sich im neuen Beratungsjahr der Arbeitsagenturen der seit 2017 kontinuierliche Rückgang bei den Bewerbermeldungen fort. Gleichzeitig ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze auf 443.200 gestiegen. Dies ist ein Zuwachs um 7 Prozent – auf 100 gemeldete betriebliche Berufsausbildungsstellen kommen 71 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber.

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